Stalkende Pflegerin: «Ärzteschreck»: Pflegerin verprügelt Arzt

Aktualisiert

Stalkende Pflegerin«Ärzteschreck»: Pflegerin verprügelt Arzt

Zuerst hat eine Krankenpflegerin einen Zürcher Arzt mit Telefonterror und gewalttätigen Attacken fertig gemacht. Nun hat die «Stalkerin» auch noch ihren gerichtlich bestellten Psychiater an den Rand des Wahnsinns getrieben.

von
Attila Szenogrady

Der Schrecken von Zürcher Ärzten ist weiblich, 160 Zentimeter gross und war als längere Zeit als unauffällige Krankenpflegerin tätig. Bis sich die heute 45-jährige Tessinerin in einen 70-jährigen Zürcher Arzt verliebte. Als der betagte Mediziner nach anfänglichen Zärtlichkeiten die Beziehung abbrechen wollte, rastete die laut einem Gutachten liebeskranke Frau aus.

Arzt spitalreif geprügelt

Zunächst belästigte sie ihren «Halbgott in Weiss» mit tausenden von Telefonanrufen. Dann erschien sie trotz Hausverbot in seiner Praxis und küsste ihn demonstrativ vor Patienten ab. Doch nicht genug: Als nächstes musste das Eigentum des Arztes daran glauben. Sie zerkratzte das Auto des Opfers, warf Blumentöpfe in seinen Swimming-Pool und verklebte die Klingel mit Dekorationsmasse. In einer letzten Phase griff die Frau den Geschädigten auch mehrfach körperlich an und prügelte ihn sogar spitalreif. Unter anderem schlug sie ihn gegen die Brust, zerstörte ihm die Zahnprothese, zertrat ihm die Brillengläser und warf ihn eine Treppe hinunter.

Rückfällig gegen Therapeuten

Die gewaltbereite Stalkerin wurde dafür im Januar 2004 vom Bezirksgericht verurteilt. Allerdings ordnete das Gericht anstelle einer Gefängnisstrafe eine ambulante Psychotherapie bei einem erfahrenen Zürcher Arzt an. Zunächst entpuppte sich die Behandlung als mehr oder weniger erfolgreich.

Doch dann fand die «Stalkerin» im Sommer 2007 ein neues Opfer: Es handelte sich ausgerechnet um ihren Therapeuten. Erneut fing sie mit telefonischen Belästigungen an. Als der Geschädigte den Kontakt abbrechen wollte, startete sie nicht nur einen massiven Telefonterror mit bis zu 204 Anrufen pro Tag, sondern drang auch wiederholt in die Liegenschaft des Geschädigten ein. Wobei sie auch Morddrohungen ausstiess. Selbst als sie an einem Abend von der Polizei abgeführt wurde, tauchte sie nach wenigen Stunden wieder am Wohnort des Arztes auf. Die Serie riss erst im September 2007 ab. Seither ist die Ex-Krankenpflegerin nicht mehr in Freiheit. Heute hält sie sich in einer psychiatrischen Klinik auf.

Stationäre Massnahme

Am Mittwoch beschäftigte der Fall das Bezirksgericht Zürich. Die Angeschuldigte bekundete zwar Reue, schob aber auch vieles auf den Therapeuten ab. So habe er sie mit der Faust geschlagen, behauptete sie. Die Telefonate habe sie bloss aus Angst getätigt, fuhr sie fort. Der Verteidiger ortete ebenfalls eine Mitschuld beim Psychiater und erklärte, dass dieser mit der Angeklagten offenbar überfordert gewesen sei.

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