Wallisellen ZH: Ärztin war «durä bi rot»
Aktualisiert

Wallisellen ZHÄrztin war «durä bi rot»

Eine Ärztin hat mit ihrem Personenwagen in Zürich-Nord ein Rotlicht übersehen und einen Unfall verursacht. Vor Gericht beteuerte die Mutter vergeblich ihre Unschuld.

von
Attila Szenogrady

Am Freitag musste sich eine aussergewöhnliche Person vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die heute 39-jährige Aerztin und dreifache Mutter war noch nie mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten. Wenigstens bis zum 7. Juni 2010, als die Medizinerin am Abend ihre Kinder in Wallisellen in der Krippe abholen wollte und mit ihrem Personenwagen durch Zürich-Nord fuhr.

Blackout vor Rotlicht

Was dann auf einer Kreuzung auf der Winterthurerstrasse passierte, erscheint für die Aerztin bis heute rätselhaft. Fest steht, dass sie plötzlich mit einem anderen Personenwagen zusammenstiess. Eine eingeleitete Untersuchung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat richtete sich zum Schluss gegen die Lenkerin. Sie soll im Rahmen eines Blackouts das Rotlicht schlicht übersehen und damit ein grobes Verkehrsdelikt verübt haben. Die Anklage stützte sich dabei auf die Darstellungen des Kollisionsgegners, der von Anfang an erklärt hatte, dass die Mutter schuld sei.

Schuldig gesprochen

Vor Gericht beteuerte die Angeklagte ihre Unschuld. Auch ihr Verteidiger verlangte einen Freispruch. Allerdings vergebens. Das Gericht folgte den Darstellungen der Anklage und setzte antragsgemäss eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 150 Franken fest. Zudem eine Busse von 800 Franken. Die zuständige Richterin verwies auf einige Passanten, die kurz nach dem Unfall auf die Lenkerin zugekommen seien und ihr vorgeworfen hätten, einen „Saich" zusammengefahren zu sein.

Ob die Mutter den Schuldspruch akzeptiert, war am Freitag noch unklar.

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