Aktualisiert 25.06.2019 09:55

Kult-Beiz

Aescher-Pächter erleben lästige Drohnenplage

Summende Drohnen rauben den neuen Wirten im Aescher die Ruhe. Die Piloten würden sogar in die Zimmer filmen. Wirtin Melanie Gmünder fordert ein Gesetz.

von
viv
1 / 8
Durch dieses Cover wurde das Berggasthaus Aescher-Wildkirchli weltbekannt.

Durch dieses Cover wurde das Berggasthaus Aescher-Wildkirchli weltbekannt.

National Geographic
Das bisherige Pächterpaar Nicole und Bernhard Knechtle-Fritsche hatte im Herbst auf Ende Saison 2018 gekündigt.

Das bisherige Pächterpaar Nicole und Bernhard Knechtle-Fritsche hatte im Herbst auf Ende Saison 2018 gekündigt.

Keystone/Steffen Schmidt
Die Luzerner Sinnvoll Gastro hatte dieses Bild auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Es hat nicht genützt.

Die Luzerner Sinnvoll Gastro hatte dieses Bild auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Es hat nicht genützt.

Sinnvoll Gastro

«Unsere Privatsphäre ist gestört», sagt Melanie Gmünder gegenüber dem «Echo der Zeit» von SRF. Sie ist die Leiterin des neuen Aescher-Wirteteams. Die Kult-Beiz im Alpstein ist, spätestens nachdem sie auf der Titelseite von «National Geographic» gelandet ist, weltberühmt. Erfrischende Bergluft, Kuhglocken und ein atemberaubendes Panorama erwarten die Besucher. Doch seit geraumer Zeit hört man auch störende Geräusche: Drohnen.

«Sie fliegen über die ganze Terrasse und sogar an die Fenster», klagt Gmünder. Das sei fast täglich der Fall. Und dies, obwohl die Saison noch nicht einmal richtig begonnen habe. Den Leuten gehe es nur um eine gute Aufnahme, so die Wirtin. «Das ist respektlos, egoistisch und unangenehm», fährt Gmünder fort. Für sie ist klar: Es muss schnellstmöglich ein Gesetz her, um der Plage ein Ende zu setzten.

Massnahmen nützten nichts

Die fliegenden Kameras waren schon den vorherigen Besitzern ein Dorn im Auge und schlussendlich ein Mitgrund für die Auflösung des Pachtvertrages. Die Drohnen rissen sie und ihre Kinder damals teilweise sogar aus dem Schlaf. Um dies zu verhindern, wurde im letzten Jahr zwar ein Merkblatt für den Umgang mit Drohnen ausgearbeitet, genützt hat es aber wenig: «Das bringt so viel wie ein Rezept für Medikamente. Niemand liest es durch», sagt Gmünder.

Laut Bruno Romano, Sprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, ist das Problem der Polizei nicht bekannt. «Grundsätzlich kann man sich bei uns melden, wenn man sich von den Drohnen gestört fühlt», sagt er auf Anfrage von 20 Minuten. Dann kontrolliere die Polizei die Situation. In dringenden Fällen würde man auch zum Aescher ausrücken.

Fehler gefunden?Jetzt melden.