Nasen-Verstümmelung: Aeshas neues Leben in den USA
Aktualisiert

Nasen-VerstümmelungAeshas neues Leben in den USA

Die Geschichte der Afghanin bewegte die Welt. Sie war das Gesicht des Pressefotos von 2010 - ihr verstümmeltes Antlitz zierte das Cover der «New York Times». In der Fremde findet sie zurück ins Leben.

Die 22-jährige Aesha Mohammadzai beginnt ein neues Leben in den USA. (Video: CNN)

Mit Röhrchenjeans und Karohemd sitzt die 22-jährige Aesha Mohammadzai in ihrem Wohnzimmer in Maryland und löst Englischaufgaben. Die junge Frau, die nie eine Schule besuchte, büffelt in ihrer neuen Heimat fürs College. Irgendwann möchte sie Polizistin werden, sagt sie dem Fernsehsender CNN, der sie fast 16 Monate in ihrem Alltag begleitete.

Auf den ersten Blick wirkt Aesha, die vor fast zwei Jahren auf dem Titelbild der «New York Times» für Aufsehen sorgte, wie eine ganz normale junge Frau. Wenn nicht die verstümmelte Nase von ihrer schlimmen Vergangenheit in Afghanistan zeugen würde. Dort musste sie ihren brutalen Ehemann mit 12 Jahren heiraten. Als sie weglief, schnitten ihr die Taliban Nase und Ohren ab. In letzter Sekunde konnte sich die damals 18-Jährige zu ihrer Familie retten. Ihr Vater brachte sie zu einem US-Militärstützpunkt. Von dort aus konnte die Analphabetin, die damals kein Wort Englisch sprach, in die USA fliegen.

Seither hat sie nicht nur die Sprache gelernt, US-Chirurgen haben ihr auch Ohren und Nase rekonstruiert. Die seelischen Wunden sind allerdings noch nicht verheilt. «Ich hoffe, dass sie ihr Trauma verarbeiten und eine ganz normale junge Frau sein kann», sagt ihre Psychologin Shiphra Bakhchi gegenüber CNN.

Video: ABC-Bericht über Bibi Aishas Flucht (YouTube)

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