Zürcher Stadtpräsidium: Ätzende Kritik an Mauch von Herausforderin Gut
Aktualisiert

Zürcher StadtpräsidiumÄtzende Kritik an Mauch von Herausforderin Gut

Gemeinderätin Susi Gut will Zürichs Stadtpräsidentin werden - und lässt kein gutes Haar an Amtsinhaberin Mauch.

von
Marco Lüssi

Lange sah es so aus, als ob Corine Mauch (SP) bei den Erneuerungswahlen vom 7. März 2010 konkurrenzlos bleiben würde – weder FDP noch SVP wollen eine Gegenkandidatur wagen. Aber nun wird die seit Anfang Mai amtierende Stadtpräsidentin doch noch herausgefordert: Susi Gut, Gemeinderätin der winzigen Partei für Zürich (PFZ), hat gestern bekanntgegeben, dass sie nicht nur, wie erst geplant, für den Stadtrat, sondern auch fürs Präsidium kandidieren werde.

«Es ist mir bewusst, dass der Wahlkampf nicht einfach wird», so die 48-jährige Gymnastiklehrerin und Fitnessberaterin. «Doch mit meiner Kandidatur will ich Corine Mauch aus ihrem Dornröschenschlaf wecken.» Denn sie spüre, dass in der Bevölkerung die Enttäuschung über die Stadpräsidentin gross sei: «Ihr fehlt der Elan, sie nimmt ihre Aufgabe nicht ernst, oder es stinkt ihr sogar.» Mauchs bisheriger «Leistungsausweis» sei, dass sie ans Knabenschiessen zu spät und ans Sechseläuten gar nicht gekommen sei. Kaum gewählt, sei sie fünf Wochen in die Sommerferien verreist, eine morgendliche Stadtwanderung mit Bürgern, bei der sie als Teilnehmerin angekündigt war, habe sie geschwänzt. «Das Einzige, was sie wirklich begeistert, sind Anlässe wie der Christopher Street Day», wirft Gut der lesbischen Stadtpräsidentin vor. Mauch war gestern für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ihrer Herausforderin nicht zu erreichen.

Deine Meinung