Aktualisiert 29.08.2012 15:27

Fieberhafte Suche

Affe Kelso bleibt verschollen

Der junge Kapuzineraffe, der am Montag aus dem Zoo Zürich ausgebrochen ist, wird noch immer vermisst. Tierpfleger suchen zurzeit im nahegelegenen Wald nach Kelso. Alleine findet er wohl nicht zurück.

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feb/dwi

Kelso, der kleine Gelbbrust-Kapuzineraffe, hält sich noch immer irgendwo in Freiheit auf. Eine Passantin hat ihn noch am Montagabend direkt oberhalb des Zoos im Zürichbergwald beobachtet. Der Affe hat sich dort munter bewegt und ist in den Bäumen herumgeklettert. Eine gemeldete Beobachtung des Kapuziners im Irchelpark hat sich als falsch erwiesen. Gemäss einer Mitteilung des Zürcher Zoos befinde sich das Tier höchst wahrscheinlich in direkter Zoonähe im Zürichbergwald. Suchtrupps von Zoo-Mitarbeitern suchen fieberhaft nach dem Kapuzineraffen. Gesehen haben sie ihn noch nicht. «Die Suche ist schwierig. Falls ein Zoo-Mitarbeiter Kelso findet, wäre das ein Zufallstreffer», sagt Zoo-Sprecher Robert Zingg am Mittwoch. «Wir hoffen, dass Passanten oder Jogger den Affen entdecken.»

Am Montagabend haute er aus seinem Gehege im Zoo Zürich ab. «Das Tier ist in den Graben des Geheges gefallen, aus noch ungeklärten Gründen auf der falschen Seite wieder hochgeklettert und dann entflohen», bestätigt Zoodirektor Alex Rübel eine Meldung von «Beobachter-Natur». Mehrere Zoobesucher haben dies gesehen. Rübel glaubt, dass Kelso anschliessend die Orientierung verloren habe, in den Wald rannte und verschwand. Auch Wildhüter Bruno Zweifel durchkämmte den Wald.

«Das Klima ist derzeit freundlich»

Von Kelso geht gemäss Rübel keine Gefahr aus – im Gegenteil. Das Jungtier ist erst 1 Kilogramm schwer, rund 25 Zentimeter gross und ungefähr ein Jahr alt. Für den Affen könnten Füchse oder Krähen zur Gefahr werden, macht sich Rübel sorgen. Die Überlebenschancen im Wald stünden ansonsten aber gut. «Das Klima ist derzeit freundlich. Der Affe frisst häufig Blätter, da mache ich mir nicht so Sorgen.»

Ein anderes Problem könnte sich noch stellen, sobald das Tier gesichtet wurde. «Einen Affen einzufangen ist nicht ganz einfach», gibt Rübel zu Protokoll. Die Zoo-Mitarbeiter wollen das Äffchen zunächst mit Futter anlocken. Sollte dies nicht klappen, hat Rübel noch einen anderen Trick in der Kiste. «Wir könnten auch das Muttertier im Käfig in den Wald bringen, um das Jungtier zurück zu seiner Mutter zu locken.» Eine Betäubung des Tieres sei ebenfalls nicht auszuschliessen. Dies ist allerdings für ein Jungtier nicht ungefährlich.

Dass der Affe alleine zurückfindet, glaubt Rübel nicht. Kapuziner entfernen sich normalerweise nicht von ihrer Gruppe. Gemäss einer Mitteilung des Zürcher Zoos habe Kelso seine Familie offenbar aus den Augen verloren und sei deshalb alleine unterwegs. Zoo-Direktor Rübel hofft, dass der kleine Kelso möglichst bald gesichtet wird - und anschliessend zur Mutter zurückkehrt.

Hinweise über den Verbleib des Kapuzineraffen nimmt der Zoo Zürich unter 044 254 25 00 entgegen.

Hinweise, Anregungen oder Informationen? Mail an: feedback@20minuten.ch

Die fieberhafte Suche nach Kelso beschäftigt nicht nur Zoo-Mitarbeiter:

Die fieberhafte Suche nach Kelso beschäftigt nicht nur Zoo-Mitarbeiter:

(Video: Keystone)

Gelbbrustkapuzineraffen leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren, die sich im Familienverband im Wald bewegen. Wie bei den Goldknopflöwenäffchen oder den Springtamarinen im Zoo Zürich, die sich tagsüber frei in den Bäumen und Büschen des Zoos aufhalten können und abends selbständig ihre Schlafboxen aufsuchen, pflegen auch Gelbbrustkapuziner enge Kontakte untereinander und verlassen ihre Gruppe kaum. Die seltenen Kapuziner sind Teil eines Zuchtprogramms und Eigentum der brasilianischen Naturschutzbehörde IBAMA. Sie werden in Europa mit dem Ziel gezüchtet, die Gelbbrustkapuziner in Gruppen bald wieder in den atlantischen Regenwäldern Brasiliens anzusiedeln. (Quelle: Zoo Zürich)

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