Stadt Zürich: Affen büxten im Zoo fast aus ihrem Gehege aus
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Stadt ZürichAffen büxten im Zoo fast aus ihrem Gehege aus

Mehrere Dscheladas kletterten auf die Aussenmauer ihres Geheges – trotz Elektrodraht und drei Metern Höhe. Den Kurator des Zoos Zürich überrascht dies nicht.

von
rom

Hier spazieren die Dscheladas auf der Aussenmauer herum. (Video: lüs)

Aufregung herrschte am Samstag kurz nach 12 Uhr unter den Zoo-Besuchern beim afrikanischen Gebirge. Mehrere Dscheladas – auch Blutbrustpaviane geheissen – spazierten auf der Aussenmauer ihres Geheges herum. Klar war nur: Hier gehören sie nicht hin. «Die Tiere standen kurz vor dem Ausbruch und hätten jederzeit runterspringen können», sagt ein Besucher. Dann aber hätten sie plötzlich umgekehrt und seien zurück ins Gehege.

Die Umkehr kam nicht von ungefähr. Ein mittlerweile informierter Tierpfleger hat mit der Futter-Box gerasselt, wie Zoo-Kurator Robert Zingg sagt. Einen solchen Fast-Ausbruch habe es bei den Dscheladas noch nie gegeben. «Wir sind aber nicht überrascht, denn Klettern ist ihre grosse Spezialität.»

Schutz vor gierigen Leoparden

Um sich in der Wildnis Äthiopiens vor gierigen Leoparden zu schützen, ziehen sich Dscheladas in Hunderte Meter hohe, schroffe Felswände zurück. Entsprechend ist eine drei Meter hohe Aussenmauer eines Zoo-Geheges nur bedingt ein Hindernis. Aus diesem Grund existiert zusätzlich ein Elektrozaun. Zingg: «Diesen haben sie offenbar geschickt überstiegen.»

Passieren würde ausserhalb des Geheges gemäss Zingg ohnehin nicht viel: «Dscheladas haben eine grosse Tendenz zum Zusammenbleiben, daher kehrten sie rasch wieder zurück.» Auch müssten sich die Besucher nicht vor ihnen fürchten. «Es sind die einzigen Primaten, die nur Gras fressen und rund um den Zoo wäre das Angebot natürlich reichlich.»

Fast-Ausbrecher sind noch ohne Harem

Bei den Fast-Ausbrechern handelt es sich um junge Männchen, die noch keine Verantwortung tragen als Haremsführer. «Die probieren gerne was aus», sagt Zingg. «Zudem sind die drei verschieden grossen Haremsgruppen innerhalb unserer 35 Dscheladas noch nicht so gefestigt, nachdem wir letztes Jahr die Führer ausgewechselt hatten.» Dies geschieht zwecks Blutauffrischung regelmässig. Ausrangierte Männchen bilden danach in anderen Zoos Junggesellen-Gruppen.

Was das Überwinden des Elektrozauns betrifft, will der Zoo laut Zingg über die Bücher gehen. Er sagt aber auch: «Es ist letztlich eine Risikoabwägung – braucht es wirklich für solche Tiere einen Hochsicherheitstrakt, nur weil einmal etwas passiert ist?»

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