Affen-Experimente bleiben erlaubt
Aktualisiert

Affen-Experimente bleiben erlaubt

In der Schweiz sollen Tierversuche an grossen Menschenaffen und belastende Experimente mit andern Primaten nicht gesetzlich verboten werden.

Die Wissenschaftskommission (WBK) des Nationalrates hält das Tierschutzgesetz für streng genug.

Mit 12 zu 8 Stimmen sprach sich die WBK gegen eine Initiative von Maya Graf (Grüne/BL) aus, die sich mit der Forderung nach Verboten auf einen im Mai 2006 veröffentlichten Bericht der Eidg. Kommission für Tierversuche und der Eidg. Ethikkommission für die Biotechnologie im Ausserhumanbereich beruft.

Die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes reichten aus, um die Würde und den Schutz des Tieres zu gewährleisten, hält die Kommissionsmehrheit fest. Versuche an Primaten und grossen Menschenaffen würden nur nach einer strengen Güterabwägung und im Bewusstsein der hohen Verantwortung gegenüber dem Tier bewilligt.

Nach Ansicht der WBK-Mehrheit würde ein Totalverbot von Versuchen an grossen Menschenaffen (Bonobos, Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans) die Forschung zu stark beeinträchtigen. Die Minderheit besteht auf einem solchen Verbot, weil die Versuchstiere trotz der strengen Bewilligungspraxis oft lebenslang traumatisiert seien.

Laut Initiantin Graf wurden 2005 insgesamt 408 Primaten in Tierversuchen verwendet. Dabei erlitten 32 Prozent der Tiere eine mittlere und gut 9 Prozent eine schwere Belastung. Versuche an grossen Menschenaffen gebe es zwar zurzeit in der Schweiz nicht, doch empfählen die genannten Kommissionen ein explizites Verbot.

(sda)

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