17’000 Fälle: Affenpocken breiten sich aus – WHO ruft weltweiten Gesundheitsnotstand aus

Aktualisiert

17’000 FälleAffenpocken breiten sich aus – WHO ruft weltweiten Gesundheitsnotstand aus

Die WHO entschied am Samstag, wegen der Affenpocken-Ausbreitung die höchste Alarmstufe auszurufen. Damit werden internationale Massnahmen aktiviert.

1 / 3
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 23. Juli 2022 den Affenpocken-Ausbruch in mehr als 50 Ländern zu einer «Notlage von internationaler Tragweite» erklärt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 23. Juli 2022 den Affenpocken-Ausbruch in mehr als 50 Ländern zu einer «Notlage von internationaler Tragweite» erklärt.

via REUTERS
In 74 Ländern weltweit wurden bislang knapp 17.000 Krankheitsfälle registriert.

In 74 Ländern weltweit wurden bislang knapp 17.000 Krankheitsfälle registriert.

Twitter/@vanranstmarc
Die Krankheit wird durch Tröpfchen übertragen. Nach einer Infektion verstreichen in der Regel mehrere Tage, bis sich Symptome zeigen.

Die Krankheit wird durch Tröpfchen übertragen. Nach einer Infektion verstreichen in der Regel mehrere Tage, bis sich Symptome zeigen.

Getty Images

Darum gehts

  • Die Ausbreitung der Affenpocken beschäftigt am Samstag die WHO.

  • Sie rief in Genf den weltweiten Gesundheitsnotstand aus.

  • Dies geschah letztmals im Januar 2020 wegen des damals neuartigen Coronavirus.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Affenpocken-Ausbruch in mehr als 50 Ländern zu einer «Notlage von internationaler Tragweite» erklärt. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus rief damit am Samstag in Genf die höchste Alarmstufe aus, die sie bei einer Gesundheitsbedrohung verhängen kann. Praktische Folgen hat das nicht. Die Einstufung soll die Regierungen der Mitgliedsländer dazu bewegen, Massnahmen zu ergreifen, um den Ausbruch einzudämmen. Sie sollen Ärzte und Kliniken sensibilisieren, bei Verdachtsfällen Schutzmassnahmen treffen und die Bevölkerung aufklären, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen kann.

Tedros nannte die Zahl von mehr als 17’000 bestätigten Fällen in mehr als 74 Ländern, von denen viele vorher praktisch keine Affenpocken-Fälle kannten. In sechs afrikanischen Ländern, in denen das Virus schon früher auch Menschen infiziert hat, waren es über 240 Fälle. In Deutschland meldete das Robert Koch-Institut am Freitag knapp 2300 Fälle.

Meiste Ansteckungen nach sexuellen Kontakten

Der Gesundheitsnotstand wurde bisher nur sechs Mal ausgerufen, zuletzt im Januar 2020 wegen der rasanten Ausbreitung des damals noch neuartigen Coronavirus. Eine «Notlage von internationaler Tragweite», so der offizielle Begriff, wird bei einem «ernsten, plötzlichen, ungewöhnlichen und unerwarteten» Gesundheitsproblem ausgerufen, das sich in andere Länder ausbreiten kann. Damit werden internationale Massnahmen aktiviert. Die Entscheidung liegt bei WHO-Chef Tedros.

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken, die üblicherweise in West- und Zentralafrika vorkommt. Seit Mai breiten sich die Affenpocken aber auch in anderen Ländern aus, vor allem in Westeuropa und auch in der Schweiz. Hier sind Affenpocken-Fälle seit Mittwoch meldepflichtig.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt. Laut einer am Donnerstag im Fachmagazin «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie gehen 95 Prozent der Fälle auf eine Infektion durch sexuelle Kontakte zurück. 

Hast du Fragen zu deinen Rechten als Patientin oder Patient?

Hier findest du Hilfe:

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(DPA/job/kle)

Deine Meinung