Belgien und Spanien: Affenpocken-Fälle an Fetisch-Festival und in Gay-Sauna 
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Belgien und SpanienAffenpocken-Fälle an Fetisch-Festival und in Gay-Sauna 

In Antwerpen wurden drei Ansteckungen mit dem Affenpocken-Virus mit einem Fetisch-Festival in Verbindung gebracht. In Madrid wurde eine Schwulen-Sauna vorübergehend geschlossen.

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bisher vor allem schwule oder bisexuelle Männer. Der Nachweis erfolgt bei den Affenpocken wie beim Coronavirus und anderen Erregern mit einer Probe des Betroffenen über einen sogenannten PCR-Test.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bisher vor allem schwule oder bisexuelle Männer. Der Nachweis erfolgt bei den Affenpocken wie beim Coronavirus und anderen Erregern mit einer Probe des Betroffenen über einen sogenannten PCR-Test.

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Zu den Affenpocken-Symptomen zählen: Plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten und häufig auch Lymphknotenschwellungen. (Im Bild: Vierjähriges Mädchen mit Affenpocken-Schäden auf der Haut, 1971)

Zu den Affenpocken-Symptomen zählen: Plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten und häufig auch Lymphknotenschwellungen. (Im Bild: Vierjähriges Mädchen mit Affenpocken-Schäden auf der Haut, 1971)

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Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führt in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod.

Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führt in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod.

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Darum gehts

Die Affenpocken-Fälle in Belgien hängen offenbar mit einem grossen Fetisch-Festival in Antwerpen zusammen. Die Organisatoren des Anfang Mai abgehaltenen Darklands Festival erklärten am Freitag, dass die belgischen Behörden die Ansteckungen mit dem Festival in Verbindung gebracht hätten. Belgien hat bisher drei Affenpocken-Fälle offiziell bestätigt. In Spanien musste eine Schwulen-Sauna wegen eines mutmasslichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch vorübergehend schliessen.

Die belgischen Festival-Organisatoren erklärten auf ihrer Website, es gebe «die berechtigte Annahme», dass das Virus vermutlich von Besuchern aus dem Ausland übertragen worden sei. Die Festival-Leitung sei von der belgischen Regierung gebeten worden, die Festival-Gäste zu informieren.

Das Darklands Festival richtet sich nach Veranstalter-Angaben an die «verschiedenen Gruppen der schwulen Fetisch-Community». Hinter dem Festival stehen nach Angaben der Veranstalter Clubs und Organisationen, mehr als 150 Freiwillige sind dort tätig. Tagsüber finden demnach kommerzielle Events statt, abends Partys.

Schwulen-Sauna in Madrid geschlossen

In Spaniens Hauptstadt Madrid ordneten die Gesundheitsbehörden die vorübergehende Schliessung einer Schwulen-Sauna wegen eines mutmasslichen Zusammenhangs mit einem Affenpocken-Ausbruch an. Der Sauna-Club «El Paraíso» werde als «Vorsichtsmassnahme» in den nächsten Tagen geschlossen bleiben, teilten die Betreiber am Freitag auf Twitter mit.

Die Behörden hätten 21 bestätigte Fälle und 19 Verdachtsfälle registriert, sagte Enrique Ruiz Escudero, ein Vertreter der Gesundheitsbehörden der Region Madrid. Die meisten positiv Getesteten hätten eine Verbindung zu der Sauna.

Die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreiteten Affenpocken wurden seit Anfang Mai in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern nachgewiesen. Nach ersten Fällen in Grossbritannien gab es auch Meldungen aus den USA und mehreren europäischen Ländern. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) infizierten sich bisher vor allem schwule oder bisexuelle Männer.

Am Freitag war auch in Deutschland erstmals eine Infektion mit Affenpocken nachgewiesen worden. Dabei handelte es sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums um einen 26-jährigen Brasilianer, der von Portugal über Spanien nach Deutschland einreiste und sich seit etwa einer Woche in München aufhält. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Ausbruch eingegrenzt werden kann.  

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(AFP/chk)

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