Weltweiter Vormarsch: Affenpocken nähern sich der Schweizer Grenze – das musst du jetzt wissen
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Weltweiter VormarschAffenpocken nähern sich der Schweizer Grenze – das musst du jetzt wissen

Immer mehr Fälle von Affenpocken werden weltweit gemeldet. Das Ausmass überrascht und lässt Experten aufmerksam werden. Am Donnerstag ist auch ein Fall in Italien bekannt geworden. 

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Zu den Affenpocken-Symptomen zählen: Plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen. (Im Bild: Vierjähriges Mädchen mit Affenpocken-Schäden auf der Haut, 1971)

Zu den Affenpocken-Symptomen zählen: Plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen. (Im Bild: Vierjähriges Mädchen mit Affenpocken-Schäden auf der Haut, 1971)

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Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führe in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod.

Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führe in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod.

via REUTERS
Es gebe auch eine zentralafrikanische Variante, bei der zehn Prozent der Fälle auf dem Kontinent tödlich verliefen.

Es gebe auch eine zentralafrikanische Variante, bei der zehn Prozent der Fälle auf dem Kontinent tödlich verliefen.

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Darum gehts

Die Affenpocken sind weltweit auf dem Vormarsch. Aber was ist das für ein Erreger und wie besorgniserregend ist der Ausbruch? Fragen und Antworten dazu:

Wie ist die aktuelle Situation in westlichen Ländern?

Offenbar hat sich der Erreger bereits längere Zeit unbemerkt in mehreren westlichen Ländern ausgebreitet, am Donnerstag waren dann bereits zahlreiche Nachweise aus Europa und Nordamerika bekannt, darunter aus Grossbritannien, Spanien, Portugal und Schweden. Am Donnerstag ist zudem bekannt geworden, dass auch in unserem Nachbarland Italien eine erste Infektion festgestellt wurde.

Der Assessor für Gesundheit der Region Latium, Alessio D’Amato, bestätigte am Donnerstag einen ersten erfassten Fall der Virusinfektion. Die Nachrichtenagentur Ansa meldete, dass es sich bei dem Infizierten um einen Mann handle, der von einer Reise auf die Kanarischen Inseln zurückkam und in Rom in ein Spital ging. Dort sei er isoliert worden, hiess es.

Was sind die Affenpocken?

Affenpocken sind eine auf ein Virus zurückgehende Erkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen – daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert, Affen gelten als sogenannte Fehlwirte. Das Affenpocken-Virus ist auch auf den Menschen übertragbar.

Grossen Schrecken verbreitete früher die Pockenkrankheit, verursacht von einem Virus aus der gleichen Gruppe. An der Infektion starb ein grosser Teil der Betroffenen. Die Pockenkrankheit gilt nach Impfkampagnen seit 1980 als ausgerottet. 

Wie gefährlich sind die Affenpocken?

Die kursierende Variante des Affenpocken-Virus ruft nach Angaben der britischen Behörde UKHSA meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Dass Erkrankungen in westlichen Ländern tödlich verlaufen, hält der Epidemiologe Paul Hunter von der Universität of East Anglia für sehr unwahrscheinlich. Es sei aber nicht unmöglich, sagte er dem Sender BBC.

Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führe in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod. Es gebe auch eine zentralafrikanische Variante, bei der zehn Prozent der Fälle auf dem Kontinent tödlich verliefen. Alle Altersgruppen und beide Geschlechter gelten dem RKI zufolge als gleichermassen empfänglich. Von tödlichen Verläufen in Afrika sind demnach vor allem Kinder betroffen. 

Wie reagiert die WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief zu einer rigorosen Verfolgung aller Kontakte von Betroffenen auf. Kliniken und Bevölkerung müssten dafür sensibilisiert werden, einen ungewöhnlichen Hautausschlag von Fachpersonal begutachten zu lassen. Erhärte sich der Verdacht auf Affenpocken, sollten Patienten isoliert werden.

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Der in «Plos Neglected Tropical Diseases» vorgestellten Analyse zufolge hat sich die weltweite Zahl der nachgewiesenen, wahrscheinlichen und vermutlichen Fälle in den vergangenen fünf Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. Als möglichen Grund nennen die Forschenden einen nachlassenden Immunschutz nach dem Stopp der Pockenimpfungen 1980. Auch Abholzung sei eine mögliche Ursache oder könne als Verstärker fungieren.

Wie wird das Virus übertragen?

Bei den aktuell erfassten Fällen sind in der Mehrheit Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten. Das Virus scheine sich derzeit vor allem zwischen homo- oder bisexuellen Männern auszubreiten, sagte der Virologe Stephan Becker von der Uni Marburg der Deutschen Presse-Agentur. Intimkontakt ist aber nur eine Möglichkeit der Übertragung – es ist womöglich Zufall, dass das Virus zunächst in diesen Personenkreis getragen wurde und dann vor allem dort weiter kursierte.

Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge geschieht eine Übertragung auf den Menschen allgemein häufig durch Kontakt mit infizierten Tieren oder tierischem Blut und Sekreten, über das Essen infizierten Affenfleischs sowie Tröpfcheninfektion. Der Epidemiologe Hunter sagte der BBC, das Virus infiziere Kontaktpersonen, indem es von den Pusteln Erkrankter in Wunden oder die Augen von Kontaktpersonen gelange, auch das Einatmen von Tröpfchen mit den Partikeln sei ein Weg.

Wie wird eine Infektion nachgewiesen?

Der Nachweis erfolgt wie beim Coronavirus und anderen Erregern mit einer Probe des Betroffenen über einen sogenannten PCR-Test. Ist Affenpocken-Virus enthalten, wird gezielt dessen Erbgut in einem speziellen Gerät vermehrt und kann danach leicht nachgewiesen werden.

Wie ansteckend sind Affenpocken von Mensch zu Mensch?

Eigentlich gilt das Virus als wenig ansteckend. Bei der aktuellen Infektionshäufung sind die detaillierten Infektionsketten noch weitgehend unklar. Für den ersten bekannt gewordenen Fall in Grossbritannien geht die Gesundheitsbehörde UKHSA davon aus, dass er auf eine Ansteckung in Nigeria zurückgeht. Inwieweit es weitere Einträge aus afrikanischen Regionen in westliche Länder gab, ist noch zu klären. Klar scheint aber, dass der Erreger anschliessend ungewöhnlich oft an weitere Menschen weitergegeben wurde.

Was sind die Symptome von Affenpocken?

Zu den Symptomen zählen: plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen. Typisch ist zudem ein vom Gesicht auf den Körper übergreifender, pockentypischer Ausschlag. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf.

Gibt es eine schützende Impfung?

Eine zugelassene Impfung speziell gegen Affenpocken gibt es nicht. Historischen Daten zufolge schützt aber eine Pockenimpfung gut vor Affenpocken – und das wohl lebenslang. Eine Impfung mit diesem Impfstoff gilt daher als mögliche Massnahme, um zumindest Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten zu schützen. Paul Hunter von der Universität of East Anglia zufolge hilft das «ziemlich effektiv». Entsprechende Vorräte sind demnach vorhanden und können bei Kontaktpersonen eingesetzt werden.

Wie wird die Infektion behandelt?

Behandelt werden die Symptome sowie mögliche bakterielle Sekundärinfektionen, eine speziell gegen Affenpocken gerichtete Therapie gibt es nicht.

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(DPA/job)

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