CDs der Woche: Affentanz
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CDs der WocheAffentanz

Damon Albarn bleibt seinen hehren Kunstansprüchen auch als Comic-Figur 2-D treu. Nachdem der Kreativkopf schon mit Blur immer häufiger vom eingängigen Mainstream-Pop zu komplexeren Songstrukturen wechselte, tut er dies nun auch mit den Gorillaz. «Demon Days» hüpft nicht so leichtfüssig wie die vielbejubelten Tanzflächen-Klassiker à la «Clint Eastwood» des Debüt-Albums. Die Tracks grooven noch immer, einfach eine Gangart smoother. Vielleicht haben es Albarn und seiner Affenbande die Dub-Remixe ihrer Hits angetan, vielleicht der Hanfkonsum. Mit «Feel Good Inc.» steht aber wieder ein Song am Start, den Nachtschwärmer kommenden Sommer des öftern antreffen werden.

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Gorillaz «Demon Days» (Parlophone/emi).

Superwalze

Soundgarden und Rage Against the Machine prägten beide die Neunzigerjahre. Als sich Mitglieder der beiden Bands zusammenschlossen, lastete das Wort Supergroup auf ihnen. Dem angespannten Debüt hörte man dies noch an, «Out of Exile» hingegen nicht mehr. Die wuchtigen, schwer pumpenden Midtempo-Rocker bestechen mit leichtem Fluss, und ihr Groove wird gelegentlich durch akustische Gitarren aufgehellt. Mehr noch. Der Song «Doesn't Remind Me» zeigt selbst den eher schwermütigen Sänger Chris Cornell von einer lockeren Seite — bevor der Hardrock wieder walzt wie ein Lavastrom.

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Audioslave «Out of Exile» (INTERSCOPE/UNIVERSAL).

Zweisamkeit

Tegan und Sara, zwei Gören, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Tegan sei unglaublich stur, heisst es, und von Sara wird berichtet, sie sei eine Frohnatur und äusserst liebenswert. Was dabei herauskommt, kann eigentlich nur spannend sein. Mit «So Jealous» veröffentlichen die Kanadierinnen ihr viertes Studio-Album. Rotzige Girliestimmen, mal im Chor, mal einzeln, getragen von harmonischen Rockgitarren, ergeben einen satten, stilsicheren Sound. Obwohl sich die beiden nicht allzu experimentierfreudig zeigen, sind die Songs konsequent und durchaus professionell umgesetzt. Zuweilen klingt das Album, als bestünde es aus einem einzigen langen Lied, doch beim gemütlichen Hängen wirkt die Musik äusserst kurzweilig und beschwingt. Eine Frage freilich bleibt: Wer ist denn nun eifersüchtig auf wen?

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Tegan And Sara «So Jealous» (Sanctuary/SonyBMG).

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