St. Galler Stadion: AFG-Arena braucht neuen Namen
Aktualisiert

St. Galler StadionAFG-Arena braucht neuen Namen

Der Bauzulieferer Arbonia Forster (AFG) ist arg in Schieflage. In der Schweiz wird jeder vierte Arbeitsplatz abgebaut. Und auf dem Dach des Stadions des FC St. Gallen wird das AFG-Logo verschwinden.

von
jeb

Eine Million Franken pro Jahr lässt sich der Thurgauer AFG-Konzern das Namensponsoring AFG-Arena kosten. Doch damit wird bald Schluss sein. Die AFG-Führung kündigt in der «SonntagsZeitung» den schnellstmöglichen Ausstieg an. «Wir können es uns nicht leisten, einen Fussballclub zu sponsern. Eine Million im Jahr ist in unserer jetzigen Lage zu viel Geld», so Alexander von Witzleben, Verwaltungsratspräsident und interimistischer Konzernchef der AFG.

Der Konzern teilte am Donnerstag mit, dass für dieses Jahr ein Reinverlust von bis zu 190 Millionen Franken erwartet werde. «Wir stehen mit den Produktionskosten mit dem Rücken zur Wand», sagte von Witzleben. Zudem wurde bekannt gegeben, dass in der Schweiz drei Fabriken geschlossen werden sollen und 320 Arbeiter ihren Job verlieren werden.

In der «SonntagsZeitung» kündigt von Witzleben neben der Aufgabe des Stadionsponsorings weitere Massnahmen an. Von Witzleben will auch aus dem Mietvertrag des teuren und überdimensionierten Hauptsitzes in Arbon aussteigen. Derzeit würden noch 73 Angestellte im fünfstöckigen Gebäude arbeiten, nach dem Stellenabbau noch 18.

Der vorzeitige Ausstieg aus dem Mietvertrag dürfte mehrere Millionen kosten. Das überdimensionierte Gebäude sowie das Namensponsoring des Fussballstadions sind Altlasten vom ehemaligen Konzernlenker und Alt-Nationalrat Edgar Oehler.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Der FC St. Gallen würde einen Ausstieg der AFG bedauern. Noch sei das letzte Wort nicht gesprochen, so Sprecher Daniel Last. Denn man werde Anfang September noch mit Vertretern der AFG zusammen sitzen. Daher möchte er sich auch nicht über einen möglichen Wunschsponsor äussern. Zumal das Namingright noch bis 2018 laufe. Nur so viel: Wünschenswert sei, dass der Sponsor langfristige Absichten habe, damit nicht wie in Hamburg in kurzer Zeit mehrmals der Name auf dem Dach ausgewechselt werden muss.

Klar ist: Sponsoring ist derzeit ein hartumkämpftes Feld. Im Zuge der Frankenstärke sitze das Geld bei vielen Firmen nicht mehr so locker wie auch schon, so Last

Für die AFG ist die Tür des Namen-Sponsorings noch nicht definitiv geschlossen. Man bestätigt dort, dass dieses im September Thema von Gespräch sein werde. Angesichts des Halbjahresverlustes von 132 Millionen Franken und angekündigten Entlassungen lasse sich aber ein millionenschweres Sponsoring nur schwer rechtfertigen. Den Vertrag bis 2018 werde man aber sicher erfüllen, so Sprecherin Fabienne Zürcher-Rohner zu 20 Minuten.

Edgar Oehler, der frühere Patron der AFG, verteidigt in der «SonntagsZeitung» die hohen Kosten: «Dieses Engagement war gut und ist immer noch gut. Arbonia Forster war damals ein Niemand, jetzt ist sie dank dem Sponsoring sehr bekannt.»

Die AFG-Arena braucht einen neuen Namen. Wie soll das Stadion nach 2018 heissen? Oder wer käme für Sie als neuer Namenssponsor in Frage? Schreiben Sie Ihren Vorschlag unten ins Talkback.

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