Aktualisiert 23.09.2011 14:41

Staatsbegräbnis für Ex-PräsidentAfghanen erweisen Rabbani letzte Ehre

Nach dem Tod des ehemaligen afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani haben zahlreiche Afghanen Abschied genommen. Rabbani starb durch einen Taliban-Anschlag.

Soldaten tragen Rabbani zu Grabe.

Soldaten tragen Rabbani zu Grabe.

Drei Tage nach der Ermordung von Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani haben sich Tausende Afghanen in Kabul versammelt, um Abschied von dem Vorsitzenden des Hohen Friedensrates zu nehmen.

Auch Delegationen aus arabischen Ländern und dem Nahen Osten seien in die afghanische Hauptstadt gereist, um Rabbani die letzte Ehre zu erweisen, sagte ein Sprecher von Präsident Hamid Karsai.

Bei der Beerdigungszeremonie sagte Karsai am Freitag, «das Blut des Märtyrers und anderer Märtyrer zwingt uns, unsere Bemühungen so lange fortzusetzen, bis wir Frieden und Stabilität erreicht haben». Er warnte aber, zeitgleich zu den Friedensbemühungen werde die Regierung ihrer «Verantwortung» gerecht, die «Feinde des Friedens» energisch zu bekämpfen.

Der Leichnam Rabbanis wurde zunächst im Präsidentenpalast aufgebahrt und sollte später auf einem Hügel am Rande Kabuls beigesetzt werden.

Rabbani, der als Vorsitzender des Hohen Friedensrates von Karsai mit der Aussöhnung mit den Taliban und anderen Aufständischen beauftragt worden war, war am Dienstag in seinem Haus in Kabul getötet worden. Der Selbstmordattentäter, der sich als Abgesandter des Führungsrates der Taliban ausgegeben hatte, hatte den Sprengstoff in seinem Turban versteckt gehabt.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Grosse Teile von Kabuls Innenstadt waren am Freitag aus Angst vor Anschlägen abgeriegelt. «Wir haben für das heutige Begräbnis zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen», sagte ein Polizeisprecher.

Rabbani führte in den 1980er-Jahren die Dschamiat-Islami, eine der islamistischen Widerstandsgruppen im Kampf gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan. Nach deren Abzug wurde er von einer Wahlversammlung 1992 zum Präsidenten einer Übergangsregierung bestimmt, galt aber im komplizierten Geflecht der afghanischen Stammeszugehörigkeiten als weitgehend machtlos.

Durch die Machtübernahme der radikalislamischen Taliban 1996 wurde er aus Kabul vertrieben, blieb aber das international anerkannte Staatsoberhaupt Afghanistans. Nach dem Sturz der Taliban 2001 kehrte er in die Hauptstadt zurück, übergab aber wenig später die Präsidentschaft an Karsai. (sda)

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