Aktualisiert 12.12.2006 13:02

Afghanische Rebellen sehen Niederlage der US-Republikaner als Erfolg

Die afghanischen Rebellen werden nach Ansicht von Milizführer Gulbuddin Hekmatjar schon bald die amerikanischen Truppen aus dem Land vertrieben haben, wie vor ihnen schon die sowjetischen Soldaten.

Die Niederlage der republikanischen Partei von US-Präsident George W. Bush bei den Kongresswahlen sei ein Sieg für die militanten Islamisten in Afghanistan und im Irak, erklärte der Führer der Hesb-i-Islami in einer Videobotschaft. «Es scheint so, als ob jede Kugel, die die Mudschahedin im Irak und in Afghanistan auf die Amerikaner abgefeuert haben, zu einer Stimme gegen Bush wurde.»

«Das ist ohne Zweifel ein grosser Sieg für die irakischen und afghanischen Mudschahedin» sagte er in dem Video, das der Nachrichtenagentur AP in Islamabad zuging. «Ich bin überzeugt, dass das Schicksal der Sowjetunion auch auf die Amerikaner wartet.»

Die Hesb-i-Islami ist im Osten Afghanistans an der Grenze zu Pakistan aktiv, wo die US-Truppen stationiert sind. Es wird vermutet, dass sich Hekmatjar dort irgendwo versteckt hält. Er gehörte schon zu den Führern der Mudschahedin, als diese mit Unterstützung auch aus den USA in den 80er und zu Beginn der 90er Jahre gegen die Sowjettruppen kämpften. Nach deren Vertreibung war er kurzzeitig sogar Ministerpräsident.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte die Regierung in Kabul auf, gegen diejenigen Milizführer vorzugehen, die für Menschenrechtsverletzungen während des jahrzehntelangen Kriegs in dem Land verantwortlich waren. Präsident Hamid Karsai und die internationale Gemeinschaft hätten versucht, «Frieden ohne Gerechtigkeit» zu schaffen, hiess es. Damit seien sie gescheitert.

Bei einem Selbstmordanschlag auf den Gouverneurssitz der Provinz Helmand wurden acht Menschen getötet. Bei den Opfern handelte es sich um sechs Polizisten und zwei Zivilisten, wie die Behörden mitteilten. Gouverneur Mohammed Daud war zum Zeitpunkt des Anschlags nicht in seinem Büro in der Stadt Laschkar Gah. Zu dem Angriff bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Der Attentäter sei ein Afghane gewesen, sagte ein Sprecher.

Im Osten Afghanistans wurden nach Angaben der Behörden bei einem Einsatz afghanischer und amerikanischer Soldaten vier Aufständische und ein 13-jähriges Mädchen getötet. Ein achtjähriges Mädchen wurde verletzt. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.