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Afghanische Sängerin«Ich dachte, dass ich hier sterben werde»

Der afghanische Superstar schildert im Interview mit einem amerikanischen TV-Sender eindrücklich, wie chaotisch die Lage am Flughafen von Kabul war.

von
Patrick McEvily
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Die afghanische Entertainerin Aryana Saeed (36) gab dem US-Programm Access Hollywood ein Interview.

Die afghanische Entertainerin Aryana Saeed (36) gab dem US-Programm Access Hollywood ein Interview.

YouTube/Access Hollywood
Die Sängerin und TV-Moderatorin hatte am 17. August 2021 ein Bild gepostet, das sie und ihren Verlobten in einem Flugzeug aus Kabul zeigte. 

Die Sängerin und TV-Moderatorin hatte am 17. August 2021 ein Bild gepostet, das sie und ihren Verlobten in einem Flugzeug aus Kabul zeigte.

Screenshot Instagram
Die 36-Jährige ist in Afghanistan ein grosser Star.

Die 36-Jährige ist in Afghanistan ein grosser Star.

REUTERS

Darum gehts

  • Die afghanische Sängerin Aryana Sayeed (36) schaffte es zusammen mit ihrem Verlobten aus Kabul.

  • Nun hat sie einem US-Sender ein Interview zur Flucht gegeben.

  • Darin berichtet sie unter anderem, wie eine Frau ihr das eigene Baby überreichen wollte.

Aryana Sayeed ist vergangene Woche aus Kabul geflohen. Der Instagram-Post der beliebten afghanischen Sängerin, auf dem sie zusammen mit ihrem Verlobten auf einem Militärflieger zu sehen war, sorgte für Aufsehen. In einem TV-Interview mit einem amerikanischen Sender, das CNN zusammengefasst hat, berichtet Sayeed nun von ihrer Flucht.

«Ich hatte das Gefühl, dass ich hier sterben werde»

Die Situation am Flughafen von Kabul sei chaotisch gewesen. Menschen hätten dicht aneinander gedrängt gestanden, mehrere Frauen seien ohnmächtig umgefallen, berichtet Sayeed sichtlich aufgebracht. Und dann sei da eine Frau gewesen, die ihr Baby habe abgeben wollen. «Sie kam einfach auf mich zu und gab mir ihr Kind. Als die Soldaten mich fragten, ob es mein Kind sei, verneinte ich. Ich konnte einfach nicht und fragte, ob sie es nicht trotzdem reinnehmen könnten… das Baby würde sonst sterben. Aber sie sagten Nein.»

Ausserdem hätten sie und ihr zukünftiger Ehemann, Hasib Sayed, vor ihrer definitiven Ausreise mindestens einmal erfolglos versucht, an den internationalen Flughafen von Kabul zu gelangen. «Ich hatte das Gefühl, dass ich hier sterben werde. Ich war hoffnungslos. Es war ein Wunder, dass wir es rausgeschafft haben.» Schliesslich seien sie die letzten Personen gewesen, die es an dem Abend noch in ein Flugzeug geschafft hatten.

Die beiden befinden sich nun in Los Angeles. Ihr Herz blute für all diejenigen, die in Afghanistan bleiben musste, erklärt die Sängerin dem TV-Sender.

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