Afghanistan: Anschlag auf Schweizer Team
Aktualisiert

Afghanistan: Anschlag auf Schweizer Team

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärkonvoi in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Bei einem Anschlag auf ein Schweizer Team in Masar-i-Scharif starb auch ein Zivilist.

In Masar-i-Scharif in Nordafghanistan töteten zwei Attentäter auf einem Motorrad einen Zivilisten. Bei dem Anschlag auf einen Konvoi eines Schweizer Teams zum Wiederaufbau des Landes wurden nach Angaben von Sicherheitsbehörden und Ärzten zudem 15 weitere Menschen verletzt.

Im Rahmen eines UNO-Mandates sind seit März 2003 vier zum Selbstschutz bewaffnete Schweizer Stabsoffiziere in der Internationalen Schutztruppe (ISAF) tätig.

Auch der Anschlag in Kabul galt der ISAF. Dabei wurden vier Zivilisten getötet. Der Selbstmordattentäter habe ein mit Sprengstoff beladenes Taxi neben dem Konvoi der ISAF zur Detonation gebracht, sagte ein Polizeisprecher. Die ISAF bestätigte den Anschlag, machte jedoch keine weiteren Angaben.

US-Soldat schiesst auf Menge

Direkt nach dem Anschlag sammelte sich eine wütende Menge am Explosionsort. Ein US-Soldat in einem Geländewagen habe auf diese Menge irrtümlich das Feuer eröffnet, sagte der Polizeisprecher weiter. Dabei seien ein Afghane getötet und drei weitere verletzt worden.

Die Polizei musste eingreifen, um die Menge anschliessend zu zerstreuen. Die zunehmende Zahl ziviler Opfer führt in der afghanischen Bevölkerung zu einer wachsenden Empörung über die ausländischen Truppen.

Am Vortag hatte ein Selbstmordattentäter in der südafghanischen Provinz Urusgan seinen mit Sprengstoff beladenen Jeep in einen Militärkonvoi gefahren. Auch hier waren vor allem Zivilisten die Opfer: Sechs Kinder und ein niederländischer Soldat starben.

(dapd)

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