Afghanistan: Frankreich schickt zusätzliche Soldaten
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Afghanistan: Frankreich schickt zusätzliche Soldaten

Zur Verstärkung des NATO-Einsatzes in Afghanistan stellt Frankreich 700 zusätzliche Soldaten bereit.

Ausserdem werde eine Spezialeinheit in das Land geschickt, teilte der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag auf dem NATO-Gipfel in Bukarest mit. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung nannte die Aufstockung in Bukarest «eine gute Entscheidung». Sie zeige, dass das Bündnis handlungsfähig bleibe.

Die zusätzlichen Soldaten sollen laut Sarkozy im Osten Afghanistans stationiert werden. Damit können US-Soldaten aus dem Osten abgezogen werden und die kanadischen Soldaten im südafghanischen Kandahar verstärken. Kanada hatte damit gedroht, seine Truppen komplett abzuziehen, falls nicht 1.000 Soldaten zur Verstärkung nach Kandahar geschickt würden.

Jung sagte, die französische Ankündigung sei von Kanada positiv aufgenommen worden, «auch unser Beitrag». Deutschland trage mit dem Lufttransport zur Entlastung bei.

Im «Handelsblatt» fügte Jung hinzu, die Forderung nach deutschen Truppen für den Süden Afghanistans sei endgültig vom Tisch. Beim Treffen mit seinen NATO-Amtskollegen in Bukarest habe die umstrittene amerikanische Forderung keine Rolle mehr gespielt. Bereits zuvor hatte sich US-Präsident George W. Bush in einem Interview mit dem deutschen Beitrag für Afghanistan zufrieden gezeigt.

Deutschland hat derzeit rund 3.500 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Im Sommer soll eine schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr im Norden eingesetzt werden. Ein Anhebung der auf Kante genähten Obergrenze von 3.500 wird bei der Verlängerung des ISAF-Mandats im Herbst erwogen.

Eide für mehr UN-Mitarbeiter in Afghanistan

In Bukarest berieten die NATO-Staaten mit den anderen ISAF-Truppenstellern über das weitere Vorgehen in Afghanistan. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nahmen daran teil.

Der neue UN-Sondergesandte für Afghanistan, Kai Eide, wünscht sich für die Vereinten Nationen eine grössere Rolle in Afghanistan und eine bessere Zusammenarbeit mit der NATO bei der Stabilisierung des Landes. Es würde mehr UN-Personal vor Ort gebraucht, sagte er der AP. Zu Eides Aufgaben gehört die Koordinierung des zivilen Aufbaus und der ISAF-Militärmission.

Barroso bekräftigte, dass sich die EU beim Wiederaufbau Afghanistans auf eine langfristige Aufgabe einstelle. Die EU brauche Durchhaltevermögen. Schliesslich gehe es um die Verteidigung der Freiheit und der Demokratie. In Zukunft konzentriere sich die EU auf den Aufbau von Polizei und Justiz in Afghanistan. (dapd)

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