Afghanistan: Gewalt zum Wahlkampfauftakt

Aktualisiert

Afghanistan: Gewalt zum Wahlkampfauftakt

Knapp drei Jahre nach dem Sturz der Taliban hat am Dienstag der Wahlkampf für die erste freie Präsidentenwahl in Afghanistan begonnen.

Als Favorit unter den 18 Kandidaten gilt der von den USA gestützte Übergangspräsident Hamid Karsai.

Über sein Wahlprogramm wurde noch nichts bekannt. Wahl. Karsai sowie acht weitere Bewerber gelten als Demokraten, zwei sind frühere Kommunisten.

Fünf Kandidaten kämpften als Mudschahedin gegen die sowjetische Besatzung, unter ihnen Junis Kanuni, der wichtigste Herausforderer Karsais. Unter den Bewerbern ist eine einzige Frau, Massuda Dschalal.

Gewalt zu Wahlauftakt

Präsidentensprecher Jawed Ludin warnte, die «Terroristen» würden alles unternehmen, den Wahlprozess zu stören. Es werde ihnen aber nicht gelingen, die Wahl am 9. Oktober massgeblich zu behindern. Die Taliban haben eine Verschärfung ihres Terrors angekündigt.

Der Auftakt des Wahlkampfs wurde dennoch von Gewalt in mehreren Provinzen überschattet. Bei Kämpfen in der südafghanischen Provinz Sabul wurden sechs Taliban-Rebellen und ein afghanischer Soldat getötet. In der Nacht hatten nach Angaben von Sicherheitskräften rund 70 Taliban-Kämpfer ein Regierungsgebäude im Distrikt Naw Bahar angegriffen.

Taliban-Sprecher Mufti Latif Hakimi sagte, die Rebellen hätten einen US-Helikopter abgeschossen und 18 Soldaten getötet. Die US- Streitkräfte teilten dagegen mit, einer ihrer Helikopter sei in Urusgan «hart gelandet». Niemand sei verletzt worden.

Der Wahlkampf endet zwei Tage vor dem Urnengang. Die Wahlbehörde rief die Kandidaten dazu auf, die Verfassung und das Wahlgesetz zu achten. Berichte über unmittelbar gegen die Wahlkampagnen gerichtete Gewalt gab es am Dienstag nicht. Für die Wahl liessen sich nach UNO-Angaben mehr als 10,5 Mio. Afghanen registrieren. (sda)

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