Drohungen der Taliban: Afghanistans erste Kampfpilotin will Asyl
Aktualisiert

Drohungen der TalibanAfghanistans erste Kampfpilotin will Asyl

Nach einem 15-monatigen Training in den USA hat Afghanistans gefeierte erste Luftwaffenpilotin dort Asyl beantragt. Sie sagt, sie sei von den Taliban bedroht worden.

von
pan

Will nicht zurück in ihre Heimat: Nilofar Rahamani. (Video: Tamedia/AFP)

Ende 2015 ist Nilofar Rahmani in die USA gereist, um sich als Pilotin weiterbilden zu lassen. Nun berichten US-Medien, dass sie sich weigere, in ihre Heimat Afghanistan zurückzukehren. Die Zeitung «Wall Street Journal» berichtete von Todesdrohungen der radikalislamischen Taliban, aber auch von Verwandten gegen die 25-jährige. Der «New York Times» sagte Rahmani, ihre männlichen Kollegen bei der Luftwaffe behandelten sie schlecht.

Die afghanische Regierung reagierte heftig. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Mohammed Radmanisch, sagte, Rahmani habe die Drohungen gegen sie erfunden, um Asyl beantragen zu können. «Hätte sie wirklich Probleme gehabt, hätte sie sich bei zahlreichen Stellen beschweren können.»

Landung klappt erst beim vierten Versuch

Als der Edelweiss-Flug von Zürich auf der portugisischen Insel Madeira landen will, herrschen starke Winde. Beim vierten Versuch schafft es der Pilot, zu landen.

Symbol für Freiheit der Frauen

Die Pilotin war national und international als Symbol für die neue Freiheit von Frauen in der Zeit nach der Taliban-Herrschaft hochgehalten worden. Viele grosse Fotostrecken zeigten sie mit Pilotenbrille und lässig getragenem Kopftuch, im eng anliegenden Fliegeroverall.

In den sozialen Medien wurden Rahmanis Motive emotional diskutiert. Die Frauenrechtlerin Waschma Frogh sagte beispielsweise, der Fall solle eine nationale Debatte über die Behandlung von Frauen in den Streitkräften auslösen. Von anderen wurde Rahmani angesichts des sich verschärfenden Krieges im Land Deserteurin und Feigling genannt. (pan/afp)

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