Aktualisiert 03.11.2009 20:55

KlimagesprächeAfrikaner lassen Muskeln spielen

Die Afrikaner haben bei den Gesprächen zur Vorbereitung des Kopenhagener Weltklimagipfels ihre Muskeln spielen lassen.

Bei der letzten Vorbereitungsrunde in Barcelona boykottierten etwa 50 afrikanische Staaten am Dienstag vorübergehend die Sitzungen, um gegen die ihrer Ansicht nach zu niedrigen Reduzierungsziele der Industrieländer zu protestieren. Sie beendeten den Boykott nach der Zusage der übrigen Teilnehmer, eingehender über die Reduzierungsziele der Industriestaaten zu beraten.

Wissenschaftlern zufolge sollten die Industrieländer ihren Ausstoss an Kohlendioxid bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 senken. Das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll strebte eine Reduzierung von nur fünf Prozent an. Die 27 EU-Staaten haben sich inzwischen verpflichtet, ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu verringern - oder um 30 Prozent, wenn andere Industrie- und Schwellenländer mitziehen.

Den afrikanischen Staaten reichen diese Zusagen jedoch nicht aus. Afrika wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen am stärksten von der Erderwärmung betroffen sein, obwohl dieser Kontinent die wenigsten Treibhausgase produziert. Die betroffenen Länder fordern deshalb konkretere Zielvorgaben seitens der Industriestaaten sowie umfangreiche Hilfen für eigene Klimaschutzmassnahmen.

In den USA zeichnete sich derweil ein neuer Streit zwischen Regierung und Opposition in der Klimapolitik ab. Die oppositionellen Republikaner drohten am Dienstag mit dem Boykott einer Sitzung des Senatsausschusses für Umweltfragen. Sie wollen damit neue Studien über die Auswirkungen von Klimaschutzmassnahmen auf den Haushalt und den Arbeitsmarkt durchsetzen.

Die dänische Umweltministerin Connie Hedegaard, Gastgeberin des Weltklimagipfels vom 7. bis 18. Dezember, erklärte, sie könne sich nicht vorstellen, dass die US-Delegation «mit leeren Händen» nach Kopenhagen kommen werde. Vielmehr erwarte sie, dass die USA sich bis dahin noch auf Ziele zur Treibhausgasemission festlegen würden. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äusserte die Hoffnung auf einen Durchbruch in Kopenhagen. Gleichwohl schloss er eine Verschiebung der Einigung auf ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll nicht aus. (dapd)

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