Aktualisiert 14.09.2018 20:17

Russische Spione

Agenten hatten Schweizer Doping-Experten im Visier

Die Bundesanwaltschaft ermittelt aufgrund einer Cyber-Attacke von russischen Agenten gegen die Anti-Doping-Behörde in Lausanne.

von
fss
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Die Welt-Anti-Doping-Agentur wurde Opfer einer Cyber-Attacke.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur wurde Opfer einer Cyber-Attacke.

Keystone/Laurent Gillieron
Die Bundesanwaltschaft bestätigt die Eröffnung eines Strafverfahrens. Die selben Agenten wollten im Frühjahr 2018 bereits das Chemie-Labor in Spiez angreifen.

Die Bundesanwaltschaft bestätigt die Eröffnung eines Strafverfahrens. Die selben Agenten wollten im Frühjahr 2018 bereits das Chemie-Labor in Spiez angreifen.

Keystone/Peter Schneider
Ziel der Attacke gegen die Wada, waren wohl vertrauliche Daten über Schweizer Doping-Jäger.

Ziel der Attacke gegen die Wada, waren wohl vertrauliche Daten über Schweizer Doping-Jäger.

Barbara Walton

Der unterbundene Spionageangriff auf das Schweizer Atom-, Bio- und Chemiewaffenlabor in Spiez und das russische Staatsdoping haben eine Gemeinsamkeit: Wie Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft zeigen, waren zwei russische Agenten an beiden Fällen beteiligt.

Die Anwaltschaft würde nun gerne weitere Untersuchungen durchführen, schreibt der Tages-Anzeiger, doch die Ermittler brauchen das OK des Bundesrats.

Guido Balmer, der Informationschef von Justizministerin Simonetta Sommaruga bestätigt die Anfrage der Bundesstaatsanwaltschaft: «Das Ermächtigungsersuchen der BA im erwähnten Fall ist im EJPD eingegangen und wird derzeit ­geprüft.»

Spione bereits festgenommen

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Agenten auf dem Bildschirm der Sicherheitsbehörden auftauchen. Recherchen enthüllten im Frühjahr eine Spionageaktion im Labor Spiez. Dabei wurden die beiden Agenten allerdings in den Niederlanden verhaftet.

Beim geplanten Angriff auf das Spiezer Institut ging es wohl um die Proben zu Giftgas-Angriffen in Syrien sowie der Attacke auf den ehemaligen russischen Spion in Salisbury. Im Berner Oberland werden diese Proben geprüft und analysiert.

Aber auch auf die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, machten die beiden Cyber-Agenten Jagd. Ziel waren wohl Dopingexperten in der Schweiz, welche für einen sauberen und fairen Sport kämpfen.

Bundesanwaltschafts-Sprecherin Linda von Burg bestätigt auf Anfrage des Tages-Anzeigers, dass ein Strafverfahren aufgrund einer Cyberatacke eröffnet wurde.

Wada sorgte für Ausschluss der russischen Athleten

Die Dopingjänger in Lausanne hatten nach den Winterspielen in Sotschi 2014 Untersuchungen durchgeführt, welche zum Ausschluss russischer Athleten bei Olympia 2018 in Pyeongchang führten. Ziel waren Dopingexperten in der Schweiz, welche für einen sauberen und fairen Sport kämpfen.

Angeblich flossen während diesen Untersuchungen durch den Hackerangriff vertrauliche medizinische Daten von Sportlern ab.

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