Aktualisiert 27.10.2011 15:05

Unter KontrolleAgenten-Uhr für Senioren

Eine neue Uhr verbindet den Träger durch Knopfdruck mit einem Angehörigen oder einer Notrufzentrale. Zielgruppe sind vor allem ältere Menschen.

von
Joel Bedetti

Limmex-CEO Pascal Koenig stellt das Produkt vor.

Der Anfang der Pressekonferenz heute Morgen in einem aliengrün erleuchteten Präsentationsraum in «Zürich West» fängt mit einem Agententheater an; die schwarzgekleidete Agenturfrau spricht verschwörerisch von einem neuartigen Instrument für Spione, die in Not geraten sind, und auf der Beamerprojektion sieht man eine Bombenexplosion und blinkende Notfallmeldungen des dortigen Agenten.

Doch eigentlich ist die neue «Limmex»-Uhr, die an der Pressekonferenz vorgestellt wurde, ein Instrument für Senioren. Das Konzept ist denkbar einfach: Mit einem Alarm-Knopfdruck wird die Uhr zum Handy und löst einen automatischen Anruf an Angehörige oder die Notrufzentale des Roten Kreuzes aus. Dies beispielsweise, wenn ein alter Mann gestürzt ist und sich nicht mehr selber aufrappeln kann.

Auch für Extremsportler

Befürworter der Uhr sind deshalb auch der auf Altersfragen spezialisierte Soziologieprofessor Francois Höpflinger sowie Daniel Grob, Chefarzt am Zürcher Waidspital, das auf Geriatrie spezialisiert ist. «Wenn Senioren stürzen, holen sie sich oft mehrere Frakturen», sagte Grob. Die Uhr könne der neuen, mobilen Generation von Senioren eine Sicherheit geben. Neben Betagten sind auch Extremsportler, welche allein in abgelegenen Regionen trainieren, oder Kinder von besorgten Eltern Zielgruppe der neuen Uhr.

Mit der «Limmex» stosse man in eine Marktlücke, ist CEO Pascal Koenig überzeugt. «Bei bisherigen Notfallgeräten lief man mit einem roten Knopf am Arm herum; dank dieser Uhr markiert man nicht, dass man unter Umständen auf Hilfe angewiesen ist.» Den grössten Markt sieht Koenig bei den Senioren, welche dank dem Gerät länger selbstständig bleiben könnten.

Eine Million Kunden

Laut CEO Pascal Koenig will man in den kommenden Monaten einige tausend Uhren verkaufen, das Potenzial schätzt er aber weitaus höher ein: «in der Schweiz leben über eine Million Menschen über 70», sagte er. Die Uhren kosten rund 500 Franken, das monatliche Abonnement (wegen der Telefonverbindung) etwa 30 Franken. Seit heute sind sie in den «Christ»-Filialen erhältlich.

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