FCB im Meisterrennen: Aggressivität, Adrenalin und ein Auftrag
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FCB im MeisterrennenAggressivität, Adrenalin und ein Auftrag

Nach dem ersten vergebenen Matchball hat der FC Basel am Mittwoch gegen YB einen zweiten zum vierten Titel in Folge. Aber nur, wenn er das Adrenalin richtig kanalisiert.

von
ete

Nach der Last-Minute-Niederlage gegen GC entlud sich gewaltig Frust bei den Profis des FC Basel. Flüche, Tritte gegen das Inventar und gegenseitige Beschimpfungen zeigten, das enge Titelrennen zerrt an den Nerven des Serienmeisters. «Wer einfach nur Dampf ablässt, torpediert sein eigenes Ziel. Besser wäre es, die Energie, die man durch das Adrenalin gewinnt, richtig zu kanalisieren», schreibt die Bestsellerautorin und Kommunikationsberaterin Barbara Berckhan.

Richtig kanalisieren würde in diesem Fall bedeuten: Positive Aggressivität und Biss zeigen. Aber am Mittwoch während 90 Minuten und nicht danach. Und auf dem Rasen und nicht in den Katakomben. Wenn Yakin es schafft, seine Jungs gegen die Berner so heiss zu machen, dann sollte einer spontanen Meisterfeier am Barfi nichts im Weg stehen.

Keine Zeitungen und Uraltrekord egalisieren

Welche Massnahmen hat der 38-Jährige nach dem Rückschlag im Meisterrennen gefasst? «Ich habe mir lange überlegt, was ich machen will», so Yakin. «Ich habe den Spielern geraten, keine Zeitungen zu lesen. Aber eigentlich war das gar nicht nötig, denn die Jungs sind heiss und wollen die nächste Chance auf den Titel nützen.»

Und Präsident Bernhard Heusler hat die Mannschaft am Montagabend nach nur 20 Minuten von der Anwesenheitspflicht an der 119. GV der Basler befreit. Mit den Worten: «Ich erteile euch den Auftrag: Holt diesen vierten Titel, egalisiert diesen Uraltrekord von YB, der aufgestellt wurde, als Karli Odermatt in den Kindergarten eingetreten ist». Der Rekord: vier Meistertitel in Folge von 1957 bis 1960.

Kein Schielen in die Ostschweiz

Eine lockere Aufgabe wird der Gang nach Bern nicht. Yakin: «Es ist zwar immer ein Auf und Ab bei YB, aber die Berner werden gegen uns topmotiviert sein und versuchen, sich doch noch für die Europa League zu qualifizieren.» Und wird der FCB mit einem Auge nach St. Gallen schielen? «Nein, wir werden uns ganz auf unser Spiel konzentrieren», so Yakin.

Sommer, der Marathonmann der Liga Der FCB ist in der heimischen Liga nur zu bezwingen, wenn er mehr als 50 Pflichtspiele in der Saison absolviert, schreibt die «Tageswoche», die sich die Mühe gemacht hat, die Statistiken auszurechnen. Achtmal war das seit der Saison 2001/02 der Fall. Viermal hat ein Konkurrent den Bebbi den Titel weggeschnappt: GC (2003) und der FCZ (2006, 2007, 2009).

Sommer, der Marathonmann der Liga Der FCB ist in der heimischen Liga nur zu bezwingen, wenn er mehr als 50 Pflichtspiele in der Saison absolviert, schreibt die «Tageswoche», die sich die Mühe gemacht hat, die Statistiken auszurechnen. Achtmal war das seit der Saison 2001/02 der Fall. Viermal hat ein Konkurrent den Bebbi den Titel weggeschnappt: GC (2003) und der FCZ (2006, 2007, 2009).

Der FCB bestreitet heute in Bern das 61. Saisonspiel. Vom 1. April bis letzten Sonntag waren es allein 15 Partien in 7 Wochen. «Es ist klar, dass die Intensität nicht mehr die Gleiche ist, wie zu Saisonbeginn», sagte Yakin. Dabei liegt es nicht allein an der Physis, viel mehr leidet die Konzentration je länger die Saison andauert.

Aleksandar Dragovic, zum Beispiel, kommt auf 55 Pflichtspiele (inklusive Länderspiele) bisher. Valentin Stocker auf 52. Wie auch Marcelo Diaz, bei dem erschwerend die Reisestrapazen nach Südamerika dazukommen. Der Marathonmann schlechthin ist Yann Sommer. Kein Schweizer Super-League-Spieler hat in der aktuellen Spielzeit mehr Spiele absolviert. Sommer stand in 59 Pflichtspielen für den FCB und die Nati zwischen den Pfosten. (ete)

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