63. UNO-Vollversammlung: Ahmadinedschad empört die USA und Israel
Aktualisiert

63. UNO-VollversammlungAhmadinedschad empört die USA und Israel

Mit scharfen Worten hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor der UNO-Vollversammlung das Atomprogramm seines Landes verteidigt - und den USA den Untergang prophezeit. Die US-Delegation verliess wutentbrannt den Saal.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung einmal mehr starker Rhetorik bedient. Einige «schikanöse Mächte» versuchten mit politischem und wirtschaftlichem Druck, Teheran das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie zu verwehren, sagte Ahmadinedschad in New York.

Dies seien genau die Mächte, die selbst ganze Generationen von tödlichen Atomwaffen herstellten und für die Tragödien in Hiroshima und Nagasaki verantwortlich seien, erklärte Ahmadinedschad, ohne die USA ausdrücklich zu nennen. Die amerikanische Delegation verliess darauf gemäss Medienberichten den Saal.

Vorwürfe an USA und Israel

Der iranische Staatschef nutzte seinen Auftritt vor dem Weltgremium zugleich für Drohungen und massive Angriffe auf die USA und Israel. Washington warf er unter Hinweis auf den Irak, Afghanistan und Afrika Kolonialismus vor. Die Israelis nannte er «zionistische Mörder» und sagte den Kollaps beider Staaten voraus.

Israels Staatspräsident Schimon Peres sagte, Ahmadinedschads Vorwürfe seien die «dunkelsten Beschuldigungen, fast Anti-Semitismus». Im Gegenzug warf er dem Iran vor, terroristische Aktionen im Libanon und bei der Hamas zu unterstützen.

Entwicklung und Abrüstung

Am zweiten Tag der diesjährigen UNO-Generaldebatte sollen am Mittwoch internationale Entwicklungsfragen, Abrüstung und Krisenbeilegung im Mittelpunkt stehen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon will einen Appell an die Atommächte richten, ein Verbot nuklearer Waffentests zu unterzeichnen.

Ausserdem will Ban eine Initiative zum Schutz der Regenwälder vorstellen. Bundesrat Moritz Leuenberger organisiert zusammen mit Ministerkollegen aus Bangladesch, Grossbritannien und den Niederlanden einen Anlass zum Thema «Klimawandel und Entwicklung». (sda)

Überwachung unterbunden

Nordkorea hat die vor einem Jahr ausgehandelte Überwachung seiner Atomanlage in Yongbyon durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) abrupt unterbunden. Siegel der IAEA und Überwachungstechnik wurden aus der Anlage entfernt. Die nordkoreanischen Behörden erklärten offenbar, dass in Yongbyon bereits in einer Woche wieder spaltbares Material verwendet werden solle. Dies sagte IAEA-Sprecherin Melissa Fleming in Wien.

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