Iran-Libanon: Ahmadinedschad lässt sich in Beirut feiern

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Iran-LibanonAhmadinedschad lässt sich in Beirut feiern

Wie ein Volksheld ist der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Beirut empfangen worden.

Wie ein Volksheld ist der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei seinem ersten Besuch in Beirut empfangen worden. Anhänger der pro-iranischen Schiiten-Bewegung Hisbollah jubelten, als Ahmadinedschad am Mittwoch in einem offenen Wagen durch die libanesische Hauptstadt fuhr.

Nach einem Gespräch mit Präsident Michel Suleiman rief der Gast aus Teheran die arabischen Völker zur «Befreiung Palästinas» auf. Der iranische Präsident versprach den Libanesen unterdessen, Geld in Energieprojekte zu investieren. Dies kam gut an, weil selbst in der Hauptstadt jeden Tag für mehrere Stunden der Strom ausfällt.

Feinde und Rivalen

Die Feinde und Rivalen der Hisbollah im Libanon waren von Anfang an gegen den Besuch Ahmadinedschads gewesen, weil der Iran die Hisbollah, die sich als Widerstandsbewegung gegen Israel definiert, mit Geld und Waffen unterstützt.

In einer Rede pries Ahmadinedschad am Abend die Hisbollah und stellte Israel an den Pranger. «Die Unterdrücker (Israel) haben in dieser Region Gewalt ausgeübt, um ihre Vorherrschaft aufzubauen», sagte er vor tausenden Hisbollah-Anhängern in den südlichen Vororten von Beirut. «Der Libanon ist die Schule des Widerstands gegen die Tyrannen dieser Welt»,

Hisbollah per Videolink

«Die einzige Lösung der Palästinenserfrage ist, dass die Invasoren (Israel) das besetzte Land verlassen und den Palästinensern ihre Rechte wiedergeben und alle (palästinensischen) Flüchtlinge in ihr Ursprungsland zurückkehren», fügte Ahmadinedschad hinzu.

Auch Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah, der die Zahl seiner öffentlichen Auftritte seit dem Krieg mit Israel 2006 stark begrenzt hat, hielt eine Rede. Er wurde allerdings aus Sicherheitsgründen nur per Videolink zugeschaltet.

«Lauf der Geschichte»

Ahmadinedschad will zum Abschluss seines zweitägigen Aufenthaltes am Donnerstag noch libanesische Dörfer an der Grenze zu Israel besuchen. Ein ultra-rechter Abgeordneter in Israel schlug derweil vor, man solle den Aufenthalt des iranischen Präsidenten im Nachbarland ausnutzen, um ihn zu töten.

«Wenn es am Vorabend des Zweiten Weltkrieges einen Mann gegeben hätte, der Hitler umgebracht hätte, dann hätte sich der Lauf der Geschichte geändert und mit Sicherheit der des jüdischen Volkes», sagte Arieh Eldad von der ultra-rechten Partei Nationale Union dem israelischen Rundfunk. (sda)

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