Ahmadinedschad verlangt Entschuldigung

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Ahmadinedschad verlangt Entschuldigung

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat von den USA und ihren Verbündeten eine Entschuldigung für den Vorwurf gefordert, sein Land strebe den Besitz von Atomwaffen an.

Er reagierte damit am Samstag auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), wonach einige Fragen zum iranischen Atomprogramm beantwortet worden seien. Es bleibe aber eine Sorge wegen der fortgesetzten iranischen Weigerung, die Anreicherung von Uran zu beenden.

Ahmadinedschad sagte in einer Fernsehansprache, die USA und ihre Verbündeten sollten sich nun «für ihre Fehler» entschuldigen und dem Iran zudem Schadenersatz zahlen. Zu einem ganz anderen Schluss kam die amerikanische Aussenministerin Condoleeza Rice: Nach dem IAEA-Bericht gebe es gute Gründe, auch eine dritte Runde von Sanktionen gegen Teheran zu verhängen, sagte sie am Freitag in Washington.

In dem neuen IAEA-Bericht werde festgestellt, dass die iranische Regierung nicht umfassend mit den Inspektoren der Organisation zusammengearbeitet und Fragen zu früheren Atomprojekten nicht beantwortet habe, sagte Rice. Es gebe weiterhin Anlass zur Sorge über eine «Zukunft, in der der Iran damit beginnen könnte, die Technologien zu vervollkommen, die zu Atomwaffen führen könnten».

Rice sprach kurz vor einem Treffen von Diplomaten der fünf ständigen Mitgliedsstaaten des Weltsicherheitsrats und Deutschlands. Die sechs Staaten haben sich auf einen Entwurf für eine Resolution mit weiteren Sanktionen gegen den Iran verständigt. Der Sicherheitsrat soll nach dem Willen der USA in der kommenden Woche über die Entschliessung beraten. Es ist vorgesehen, die in den vergangenen zwei Jahren beschlossenen Sanktionen auszuweiten und zu verschärfen.

Der am Freitag in Wien vorgelegte IAEA-Bericht stellt fest, dass der Iran die Anreicherung von Uran ausgeweitet und die Arbeiten an Atomanlagen fortgesetzt hat. Bei einer Fertigstellung könnte dort Plutonium produziert werden, ein möglicher Ausgangsstoff für die Herstellung von nuklearen Sprengköpfen. (dapd)

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