Aktualisiert

Ahmadinedschads Brief an Bush in der Schweizer Botschaft

Der Brief des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad an US-Präsident George W. Bush mit Vorschlägen zur Beilegung der gegenwärtigen Differenzen ist der Schweizer Botschaft in Teheran übergeben worden.

Aussenminister Manuschehr Mottaki habe das Schreiben dem Schweizer Botschafter in Teheran, Philippe Welti, überreicht, erklärte der Sprecher des Aussenministeriums, Hamid Resa Asefi, am Montag.

Asefi machte keine Angaben zum Inhalt: Es handle sich nicht um einen offenen Brief. «Er wird im geeigneten Moment veröffentlicht.» Ein Teheraner Regierungssprecher hatte am Morgen mitgeteilt, Ahmadinedschad schlage Bush in dem Brief «neue Wege» zur Lösung des Atomstreits vor. Die Schweiz vertritt seit dem Abbruch der US-iranischen Beziehungen im Jahr 1980 in Teheran die Interessen Washingtons. Die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Atombombe zu bauen.

Beratungen in New York

Am Montag wollten die Aussenminister der Vetomächte im UNO- Sicherheitsrat und Deutschlands in New York erneut über eine Resolution im Atomstreit mit dem Iran beraten. Frankreich und Grossbritannien haben einen Resolutionsentwurf eingebracht, der von den USA und Deutschland unterstützt wird.

Darin wird der Iran aufgefordert, seine Aktivitäten bei der Urananreicherung zu beenden. China und Russland, die beide enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran unterhalten, fordern Änderungen an dem Entwurf. Sie befürchten, dass die Resolution der erste konkrete Schritt auf dem Weg zu Zwangsmassnahmen gegen den Iran sein könnte.

Iran für politische Lösung

Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani forderte mehr Gewicht für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in dem Konflikt. Die IAEA sei das geeignete Forum zur Regelung der Angelegenheit, sagte Laridschani vor einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara.

Der Sicherheitsrat dürfe nicht zum Nachteil der IAEA die Oberhand gewinnen. «Wir wünschen eine politische Lösung der Nuklearfragen», sagte Laridschani. Iran verhalte sich «transparent».

Quelle: SDA/AP

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.