AHV-Beiträge werden schlecht abgerechnet
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AHV-Beiträge werden schlecht abgerechnet

In der Schweiz rechnet jeder zweite Arbeitgeber die AHV-Beiträge nur mangelhaft ab. Laut der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) werden viele Arbeitgeber mit kleinen Lohnsummen überhaupt nicht geprüft.

2003 mussten 100 Millionen Franken nachbezahlt werden, wie die EFK am Montag mitteilte.

Die EFK untersuchte, ob das seit 1948 unverändert gebliebene Kontrollkonzept den gesetzlichen Auftrag erfüllt. Bei jedem zweiten Arbeitgeber wurden Mängel aufgedeckt, und zwar vor allem im Bereich der Spesen, der Bezahlung von Beiträgen auf Kranken- und Unfallversicherungsgeldern und der sozialversicherungsrechtlichen Stellung. In den meisten Fällen werden diese Mängel laut EFK aber von den Arbeitgebern akzeptiert und behoben.

Arbeitgeberkontrollen bei der AHV sollen sicher stellen, dass die Gehälter der Arbeitnehmenden korrekt abgerechnet werden. Jährlich werden laut Mitteilung rund 36.000 Kontrollen durchgeführt. Zuständig für die Kontrollen sind die 79 Ausgleichskassen. Im Jahr 2003 mussten in Folge der Kontrollen AHV-Beiträge von rund 100 Millionen Franken nachbezahlt werden.

Die EFK stellte fest, dass vor allem Arbeitgeber mit kleinen Lohnsummen nur oberflächlich oder überhaupt nicht geprüft werden. Sie empfiehlt, das Kontrollkonzept vermehrt risikoorientiert auszurichten, die Aufsicht durch das Bundesamt für Sozialversicherung und die Prävention zu verstärken, um damit den hohen Anteil von Beanstandungen zu verringern.

Weiter schlägt die EFK vor, verschiedene Kontrollen bei den Unternehmen, wie beispielsweise zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und der Anwendung des neuen Lohnausweises, zusammenzulegen. (dapd)

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