Aktualisiert 02.11.2011 13:17

«Verfolgungswerkzeuge»

Ai Weiwei bläst zum Gegenangriff

Nach seiner Verhaftung und dem darauffolgenden Maulkorb durch die chinesische Regierung hat sich der Künstler Ai Weiwei zu Wort gemeldet - und zwar ungewöhnlich scharf.

Nach der Aufforderung zur Begleichung einer angeblichen Steuerschuld in Millionenhöhe hat der chinesische Künstler Ai Weiwei die Regierung in Peking scharf kritisiert. Die Behörden «verachten Moral und juristische Fairness», schrieb Ai am Mittwoch in dem Kurzbotschaftendienst Twitter, der in China gesperrt ist.

«Alle Ministerien dieser Nation, all diese Männer und Frauen, haben keine Scheu, zu Verfolgungswerkzeugen der politischen Machthaber zu werden.» Er sei «geschockt» und «machtlos» angesichts der Aufforderung, umgerechnet rund 2,1 Millionen Franken zu zahlen, schrieb der Künstler.

Seit Ende Juni frei

Nach Angaben des international angesehenen Künstlers verlangen die Behörden wegen Steuerrückständen 15 Millionen Yuan. Er habe keine Erklärung zu dieser Summe erhalten und nun zwei Wochen Zeit zu zahlen, sagte Ai am Dienstag. Wenn er nicht zahle, drohten ihm bis zu sieben Jahre Haft.

Ai war bereits Anfang April wegen angeblicher Steuervergehen festgenommen und fast drei Monate ohne Anklage an einem unbekannten Ort inhaftiert worden. Zwar kam er Ende Juni frei, doch darf er weiter Peking nicht verlassen und keine Interviews geben. (sda)

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