Krieg in der Ukraine : Ausgetauschte Asow-Kommandanten in der Türkei – unter Erdogans Schutz 

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Krieg in der Ukraine Ausgetauschte Asow-Kommandanten in der Türkei – unter Erdogans Schutz 

215 ukrainische Soldaten wurden gegen 55 Russen ausgetauscht – darunter auch Putin-Freund Wiktor Medwedtschuk.  

von
Philippe Coradi
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Einer der Kämpfer, die monatelang im Stahlwerk von Mariupol ausharrten. Der Mann ist kaum wieder zu erkennen, vergleicht man …

Einer der Kämpfer, die monatelang im Stahlwerk von Mariupol ausharrten. Der Mann ist kaum wieder zu erkennen, vergleicht man …

UA Gov.
… wie er aussah, als er sich über Monate im Stahlwerk von Mariupol verschanzte. 

… wie er aussah, als er sich über Monate im Stahlwerk von Mariupol verschanzte. 

Asow 
Denis Prokopenko «Redis» bedankt sich bei Präsident Wolodimir Selensky. Er versichert, dass er und seine Kameraden bei guter Gesundheit seien.

Denis Prokopenko «Redis» bedankt sich bei Präsident Wolodimir Selensky. Er versichert, dass er und seine Kameraden bei guter Gesundheit seien.

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Darum gehts 

  • Die Ukraine hat 215 ihrer Leute und zehn  Ausländer gegen 55 russische Gefangene austauschen können. 

  • Einer der Söldner, ein Brite, entkommt so der verhängten Todesstrafe. 

  • Den Austausch verhandelt haben der türkische Präsident Erdogan sowie Saudi-Prinz bin Salman.

Die Ukraine hat am Mittwoch den grössten Gefangenenaustausch mit Russland seit Beginn des Krieges Ende Februar verkündet. «Wir haben es geschafft, 215 Menschen zu befreien», sagte der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, im Fernsehen.

Wie Präsident Wolodimir Selenski in seiner täglichen Ansprache mitteilte, habe Russland im Austausch 55 russische Gefangene erhalten, darunter Wiktor Medwedtschuk, ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter und Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin. In der  Ukraine wird ihm Landesverrat vorgeworfen.  

Fünf Asow-Kommandanten in der Türkei

Unter den 215 Soldaten und Soldatinnen sind 108 Kämpfer des Asow-Batallions sowie 124 Offiziere, wie ukrainische Behörden mitteilten. Darunter ist auch der Kommandeur des Regiments, Asow Denys Prokopenko (Kampfname Redis) sowie die Sanitäterin Kateryna Politschtschuk, eine ausgebildete Sängerin, die als «Birdie» bekannt geworden war. 

Fünf Asow-Kommandanten seien derzeit in der Türkei, wo sie bis «zum Ende des Krieges» bleiben sollen – unter dem persönlichen Schutz des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wie die ukrainische «Prawda» schreibt. 

Auch Brite Aslin entgeht Todesstrafe

Kurz zuvor waren bereits zehn Kriegsgefangene aus fünf Ländern aus Russland nach Saudiarabien gebracht worden. Fünf der Freigelassenen stammen aus Grossbritannien, zwei aus den USA und jeweils einer aus Schweden, Kroatien und Marokko. Einer der Briten, Aiden Aslin (28), entgeht damit der Todesstrafe, zu der er ursprünglich verurteilt worden war. 

Auch der Brite Shaun Pinner (48) soll freigelassen worden sein - ebenso wie die US-Bürger Alexander Drueke (39) und Andy Huynh (27), schreibt der «Mirror».  

Die neue britische Premierministerin Liz Truss zeigte sich auf Twitter erleichtert «Es ist sehr erfreulich, dass fünf britische Staatsangehörige, die in der Ostukraine von russisch unterstützten Stellvertretern festgehalten werden, sicher zurückgebracht werden können, was die monatelange Ungewissheit und das Leid für sie und ihre Familien beendet.»

Auch das Parlamentsmitglied Robert Jenrick zeigt sich beruhigt. «Ich freue mich, dass Aiden Aslin, ein Bürger meines Wahlkreises, und die anderen britischen Kriegsgefangenen, die von den russischen Behörden gefangen gehalten wurden, endlich freigelassen wurden und sich auf dem Weg zurück nach Grossbritannien befinden.»

Söldner können zu ihren Familien zurückkehren

Weiter schreibt er: «Aidens Rückkehr beendet eine monatelange quälende Ungewissheit für Aidens liebevolle Familie in Newark, die jeden Tag Aidens Scheinprozess ertragen mussten.» Sie hätten aber nie die Hoffnung verloren. «Jetzt, da sie wieder als Familie vereint sind, können sie endlich in Frieden leben», so der Politiker. 

Mitgewirkt bei den Verhandlungen hat Berichten zufolge der saudiarabische Prinz Mohammed bin Salman. Er habe mit dem Kreml Kontakt aufgenommen, um die Freilassung der Gefangenen zu erreichen. Die zehn Söldner wurden denn auch nach Riad ausgeflogen.  

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Beratungsangebot (Deutsch, Ukrainisch, Russisch), von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

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