Aktualisiert 30.05.2006 15:45

Aids: Ausbreitung erstmals seit 25 Jahren verlangsamt

Im vergangenen Jahr steckten sich weltweit 4,1 Millionen Menschen mit dem Virus an, im Jahr 2003 hatten sich noch 4,8 Mio. Menschen infiziert.

Ende 2005 lebten demnach geschätzte 38,6 Millionen mit dem Aids-Virus infizierte Menschen auf der Erde, wie das UNO-Programm UNAIDS in seinem Bericht feststellt. Den meisten von ihnen sei nicht bewusst, dass sie sich angesteckt haben.

UNAIDS warnte am Dienstag in Genf vor einem Nachlassen im Kampf gegen Aids. Das südliche Afrika sei trotz eines Rückgangs in wenigen Ländern weiter die am schlimmsten betroffene Region der Welt. Dort lebten zwei Drittel aller Aids-infizierten Menschen weltweit.

Allein im Jahr 2005 seien in diesem Ländern zwei Millionen Menschen an der Krankheit gestorben. 2,7 Mio. Menschen steckten sich demnach neu an. Wenige Länder wie Simbabwe oder Kenia hätten rückläufige Ansteckungsraten.

Rasche Verbreitung in Ex-Sowjetunion

Auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion breitet sich Aids dem Bericht zufolge weiter schnell aus. Dort lebten im Jahr 2005 rund 1,5 Mio. Menschen mit der Krankheit. 53 000 starben, etwa doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor.

Aids breite sich dort vor allem bei Drogensüchtigen aus, die oft Nadeln gemeinsam benutzten. Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr werde die Krankheit dann vor allem in den unteren Schichten weiter getragen.

In China, wo laut UNAIDS erstmals belastbare Daten vorhanden waren, sind derzeit rund 650 000 Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Das entspricht allerdings nur einem Anteil von 0,1 Prozent der Bevölkerung.

Dagegen liegt die Zahl der Infizierten in Indien mit 0,9 Prozent weit höher. Breitet sich Aids in China vor allem unter Drogensüchtigen aus, so wird die Krankheit in Indien vor allem wegen ungeschütztem heterosexuellem Sex übertragen.

Fortschritte - 25 Mio. Tote

Es seien «wichtige Fortschritte» erzielt worden seit dem grossen UNO-Aids-Gipfel 2001, der die Wende zum Rückgang der Ansteckungszahlen bringen sollte, hiess es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. So seien die Ausgaben für Kampagnen zur Verhinderung von Aids stark angestiegen.

Seit seiner Entdeckung im Jahr 1981 hat das Aids-Virus mehr als 25 Millionen Menschen den Tod gebracht. Mit dem HI-Virus, der die Krankheit ausbrechen lässt, steckten sich in dieser Zeit weltweit rund 65 Millionen an.

(sda)

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