HIV: Aids geht zurück

Aktualisiert

HIVAids geht zurück

Erfolg im Kampf gegen Aids: Die Anzahl der neuen HIV-Infektionen ist massiv zurückgegangen. Besonders wirksam war die Prävention in der Schwulenszene.

von
Antonio Fumagalli

Im Kampf gegen Aids ist das Jahr 2009 ein Wendepunkt: Erstmals seit fast zehn Jahren ist die Zahl der gemeldeten HIV-Diagnosen wieder unter die Marke von 700 gefallen. Dies entspricht einem Rückgang von stolzen

17 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) fühlt sich in seiner Präventionsarbeit bestätigt: «Insbesondere unter homosexuellen Männern ist das Bewusstsein für die Gefahr ge­wachsen», sagt Sektionsleiter Roger Staub. Ein Urteil, das auch Uwe Splittdorf von der Schwulenorganisation Pink Cross teilt: «Wir ernten nun die Früchte der Bemühungen der letzten Jahre.»

Unklar ist, wie stark sich neuartige Therapieformen, die die Ansteckungsgefahr von HIV-Positiven auf ein Minimum reduzieren, auf das Ergebnis auswirken. «Die medizinischen Fort­schritte können mit ein Grund sein für die erfreuliche Bilanz, man darf sie aber nicht überbewerten», so Bettina Maeschli von der Aids-Hilfe Schweiz.

Der positive Trend setzt sich im laufenden Jahr fort: Gemäss der neusten BAG-Statistik ist die Zahl der Neu­ansteckungen auch im ersten Quartal 2010 erneut gesunken. Und Fachleute rechnen mit einem weiteren deutlichen Rückgang.

Maeschli sieht aber keinen Grund zur Entwarnung: «Bei aller Freude müssen wir nun höllisch aufpassen, dass in der Bevölkerung nicht wieder eine Präven­tionsmüdigkeit aufkommt.» Vor allem die jüngste Generation müsse immer wieder für die Gefahr sensibilisiert werden.

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