Aktualisiert 16.03.2006 09:44

Aids, Syphilis, Hepatitis: Empfänger geklauter Organe in Panik

New Yorker Ärzte haben die Organe von über 1000 Leichen verhökert. Jetzt fürchten die Spendenempfänger um ihr Leben, denn sie könnten sich mit Aids angesteckt haben.

«Wie in einem Horrorfilm» titelte das Nachrichtenportal CNN Ende Februar 2006, als eine der skrupellosesten Organhandelsskandale aufgedeckt wurde. Über tausend Leichen waren von einer Bande von Ärzten gefleddert worden. Die geklauten Organe wurden für teures Geld verkauft. Die Folgen des illegalen Organhandels scheinen jetzt noch viel gravierender als bisher vermutet.

Laut CNN hat eine Unternehmung, die das Transplantationsmaterial vertrieb, über tausend Gewebestücke verkauft. Die Behörden befürchten nun, dass das Leichenmaterial mit Aids, Syphilis oder Hepatitis verseucht sein könnte. Die «Food and Drug Administration» hat bereits Untersuchungen eingeleitet. Tatsache ist, dass tausende Organspenden vernichtet wurden, um weitere Risiken zu vermeiden. Wie viele der vermeintlich infizierten Gewebestücke bereits transplantiert wurden, ist bisher noch unklar.

Laut den Ermittlern sollen eine organisierte Ärzte-Clique für das grauenvolle Geschäft hunderte von Leichen in New York, Pennsylvania und New Jersey ausgenommen haben. Dabei bedienten sich die Händler ohne vorherige Einwilligung der Verstorbenen und ohne Einverständnis der Hinterbliebenen an den Toten. Die Körperteile sind für Millionen von Dollar an Firmen in Florida, Texas und andere US-Staaten verkauft worden, die sie für Transplantations-Operationen in Krankenhäusern und Kliniken in den USA und Kanada aufbereiteten. Die Knochen der Toten wurden mit Plastikrohren ersetzt, um keinen Verdacht hervorzurufen. Die Fahnder vermuten, dass das Beerdigungsunternehmen New York Mortuary Service gegen gutes Geld ein Team um den früheren Kieferchirurgen Michael Mastromarino, Inhaber der im Zentrum des Skandals stehenden Firma Biomedical Tissue Services (BTS). benachrichtigte. Der 42-Jährige Mastromarino und drei weitere Hauptangeklagte bestritten jegliche Vorwürfe.

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