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Aids trifft vermehrt Frauen und Mädchen

Die Ursachen sind fehlende Informationen sowie «chronischer Mangel an Macht», schreibt das Aids- Bekämpfungsprogramm der UNO (UNAIDS) in seinem am Dienstag in Genf veröffentlichten Jahresbericht.

Die Zahl der HIV-Infektionen hat weltweit einen Höchststand erreicht. 2004 leben weltweit 17,6 Millionen Frauen und Mädchen mit HIV - knapp die Hälfte der insgesamt rund 39,4 Millionen Menschen mit HIV. In Afrika sind 57 Prozent der Menschen mit HIV Frauen und Mädchen (13,3 Mio.).

Gleichberechtigung nötig

«Das Risiko für Frauen, mit Aids angesteckt zu werden, unterstreicht wie wichtig es ist, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu schaffen, wenn wir eine realistische Chance gegen die Epidemie haben wollen», betonen die Autoren des Berichts.

2004 steckten sich 4,9 Millionen Menschen neu mit dem Virus an. 3,1 Millionen Menschen starben in diesem Jahr an Aids. Die Neuansteckungen nahmen in den vergangenen zwei Jahren auf allen Kontinenten zu, am stärksten in Ostasien sowie in Osteuropa und Zentralasien, insbesondere in der Ukraine und Russland.

In Ostasien nahmen die Neuansteckungen in dieser Zeit um 50 Prozent zu, vor allem in China. In Osteuropa und Zentralasien leben Ende 2004 nach Schätzungen 1,4 Millionen Menschen mit HIV, 48 Prozent mehr als 2002.

Afrika südlich der Sahara ist noch immer weitaus am stärksten von Aids betroffen: Ende dieses Jahres leben dort 25,4 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, vor zwei Jahren waren es 24,4 Millionen. Zwei Drittel aller Menschen mit HIV leben in Afrika südlich der Sahara und 76 Prozent aller Frauen mit HIV leben auf diesem Kontinent.

Politischer Wille fehlt

In zahlreichen Ländern fehle es an politischem Willen, um Präventionsmassnahmen tatsächlich umzusetzen, kritisierte die UNO- Organisation.

Die Finanzierung zur Bekämpfung von Aids nahm zwar zwischen 2001 und 2004 von 2,1 Milliarden Dollar auf 6,1 Milliarden zu. Die Zahl der Patienten, die antiretrovirale Medikamente erhielten, stieg um 56 Prozent.

Bis im Juni 2004 erhielten jedoch nur 440 000 Menschen in armen Ländern eine Therapie mit retroviralen Medikamenten. Das sind nur ein Zehntel der Menschen, die diese nötig hätten. Wenn nicht mehr Patienten diese Therapie machen könnten, würden in den kommenden zwei Jahren weitere fünf bis sechs Millionen Menschen sterben, warnte UNAIDS. (sda)

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