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RückfallAimee schreit nach Schmerzmitteln

Sieben Wochen ist es her, seit Aimee Copeland von fleischfressenden Bakterien befallen wurde. Die Behandlung wirkt, doch die Schmerzen sind höllisch.

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Bis jetzt verhielt sich Aimee Copeland tapfer. Die 24-Jährige war Anfang Mai nach einer Verletzung an der Wade von fleischfressenden Bakterien befallen worden. Ihr Fall sorgte für viel Aufmerksamkeit – nicht zuletzt, weil ihr Vater die Medien rege über den Zustand seiner Tochter informierte. Andy Copeland führt zudem einen Blog, in dem er mit allen Details über Aimees Fortschritte und ihre seelische Verfassung berichtet.

In den letzten zwei Wochen habe sich der Zustand seiner Tochter etwas verbessert, schrieb er. Besonders stolz war er auf die Art und Weise, wie die Psychologie-Studentin mit den Schmerzen umging: Statt Medikamente zu nehmen, wählte sie eine Meditationstechnik. Doch jetzt, fast sieben Wochen nach dem Badeunfall am Fluss Tallapoosa im US-Bundesstaat Georgia, scheint Aimee einen Rückfall erlitten zu haben.

Höllische Schmerzen nach Hauttransplantation

Wie der Nachrichtendienst «ABC News» schreibt, müssen die Ärzte bei Aimee ständig Hauttransplantationen durchführen. Denn nachdem ihr schon das linke Bein, der rechte Fuss und beide Hände amputiert wurden, musste auch ein Teil ihres Torsos herausoperiert werden, sonst hätte sich der Schädling in ihrem Körper weiter verbreitet. Die tiefe Wunde in ihrer Brust wurde zunächst mit Bandagen bedeckt. Doch die Ärzte wollen nun den entstandenen Einschnitt mit Aimees Haut behandeln.

Dafür werden der 24-Jährigen laufend 20- bis 25 Tausendstel eines Zentimeters dicke Hautstreifen aus anderen Körperteilen entfernt. Nach zwei oder drei Tagen beginnen sich die ersten Blutgefässe zu bilden. Diese Methode ist effizient, aber sehr langwierig. Am vergangenen Wochenende entschieden sich die Mediziner darum, auch Teile ihrer Bauchmuskulatur herauszuschneiden, um diese in ihren Torso einzusetzen.

Seither nützt die Meditationstherapie nicht mehr: Aimee schreie nach Schmerzmitteln, gab ihr Vater zu. Sie bekomme derzeit eine starke Mischung aus Morphium und anderen Opiaten. «Sie sagt, sie fühle sich wie eine Patchwork-Decke», sagte Andy Copeland weiter. Tapfer sei sie aber weiterhin. Doch es sei sehr hart, seine Tochter in diesem Zustand zu sehen. «Ich wäre jetzt so gerne an ihrer Stelle. Wenn ich irgendwas tun könnte, um ihr diese Schmerzen zu ersparen, würde ich das ohne zu zögern tun.»

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