Rohstoffkrise: Air Berlin denkt über Preiserhöhung nach
Aktualisiert

RohstoffkriseAir Berlin denkt über Preiserhöhung nach

Die Kunden der Fluggesellschaft Air Berlin müssen sich auf teurere Tickets gefasst machen.

Vor allem Geschäftsreisende müssten sich auf Preissteigerungen einstellen, sagte Firmenchef Joachim Hunold der «Wirtschaftswoche». Demnach könnte die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft die Preise für Reiseveranstalter im Winter erstmals um elf Prozent erhöhen. Finanzchef Ulf Hüttmeyer betonte die gute Buchungslage, schloss aber Preissteigerungen ebenfalls nicht aus.

Air Berlin erwägt zudem, bis Ende des Jahres mehr als die geplanten 14 Maschinen aus dem Verkehr zu ziehen. «Die 14 Jets sind unter Umständen nur ein Anfang. Wir schauen uns unser Streckenportofolio täglich an», sagte Hunold. Das Unternehmen werde allein in diesem Jahr fast 35 Millionen Euro sparen, etwa dadurch, dass bestimmte Strecken in den Winterplan nicht aufgenommen worden seien. «Und wir werden weiter reagieren, wenn es erforderlich sein sollte.»

Finanzvorstand Hüttmeyer sagte im «Tagesspiegel am Sonntag», Air Berlin sei vom hohen Ölpreis nicht stärker betroffen als andere Fluggesellschaften. «Im Gegenteil: Wir sind für dieses Jahr sogar zu 88 Prozent abgesichert. Das ist ein Spitzenwert für die Branche.»

Dass der Aktienkurs bei Air Berlin stark eingebrochen sei, liege auch daran, dass das Unternehmen «eine kürzere Börsen-Historie» habe. «Mit unserer tatsächlichen wirtschaftlichen Situation hat dies eher wenig zu tun. Unsere Buchungslage ist gut, und die Auslastung der Flugzeuge ist ebenso gestiegen wie der Erlös, den wir pro Sitzplatzkilometer erzielen.»

Allerdings wollte auch Hüttmeyer weitere Preissteigerungen nicht ausschliessen. «Wenn der Kerosinpreis weiter steigen sollte, werden sich Preissteigerungen nicht vermeiden lassen», sagte er der Zeitung. (dapd)

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