Essensvorräte aufgebraucht – Air Zermatt rettet Bergsteiger «in letzter Minute» vom Matterhorn

Publiziert

Essensvorräte aufgebrauchtAir Zermatt rettet Bergsteiger «in letzter Minute» vom Matterhorn

Die Rettungscrew der Air Zermatt musste am Wochenende wegen zwei Alpinisten auf dem Matterhorn ausrücken. Wegen starken Windes gestaltete sich die Bergung äusserst schwierig.

von
Raphael Casablanca
1 / 4
Für den Piloten war es einer der schwierigsten Einsätze seiner Karriere.

Für den Piloten war es einer der schwierigsten Einsätze seiner Karriere.

Air Zermatt
Die beiden Bergsteiger konnten gerettet werden. Sie sind wohlauf.

Die beiden Bergsteiger konnten gerettet werden. Sie sind wohlauf.

Air Zermatt
Trotzdem war es eine Rettung «in letzter Minute». Die Alpinisten hatten sämtliche Essensvorräte aufgebraucht.

Trotzdem war es eine Rettung «in letzter Minute». Die Alpinisten hatten sämtliche Essensvorräte aufgebraucht.

Air Zermatt

Darum gehts

  • Air Zermatt rettete zwei Bergsteiger aus Luxemburg am Matterhorn.

  • Sie waren aufgrund der Wind- und Schneeverhältnisse blockiert und hatten keine Nahrung mehr.

  • Im zweiten Anlauf gelang es Air Zermatt, die Männer zu retten.

Zwei Bergsteiger aus Luxemburg scheiterten am Wochenende bei ihrem Versuch, das Matterhorn zu besteigen. «Total erschöpft beschlossen sie die Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Schutzhütte Solvaybiwak zu verbringen», schreibt Air Zermatt in einer Medienmitteilung vom Montag. Aufgrund der Wind- und Schneeverhältnisse am Matterhorn waren die Alpinisten blockiert und alarmierten in der Not die Air Zermatt. Nach mehreren Rettungsversuchen musste der Einsatz wegen starken Windes jedoch abgebrochen werden. Auch eine Rettung zu Fuss war wegen starken Windes und Schnees nicht möglich.

Am Samstagmorgen flog die Rettungscrew erneut zu den Alpinisten zu der Schutzhütte. Trotz Sturmböen von über 100 Stundenkilometer konnte der Pilot der Air Zermatt den Rettungsspezialisten an einer 90 Meter langen Winde bei den Alpinisten absetzen.

Keine Essenvorräte mehr

Am Matterhorn schaffte es der Pilot, die Winde beim Rettungsspezialisten so zu platzieren, dass die beiden Alpinisten evakuiert werden konnten. Der Rettungsspezialist, der bei der Schutzhütte blieb, bangte in der Zwischenzeit, ob es dem Piloten erneut gelingen würde, trotz des starken Sturms auch ihn aus dem Matterhorn zu fliegen, schreibt Air Zermatt in der Medienmitteilung.

Die Alpinisten sind beide wohlauf. Dennoch sei es eine Rettung in letzter Minute gewesen, da die Bergsteiger ihre Essensvorräte bereits aufgebraucht hatten. Ausserdem wäre eine spätere Rettung gemäss Air Zermatt mit den prognostizierten Wetterbedingungen bis voraussichtlich Donnerstag unmöglich gewesen.

Anspruchsvollste Rettung

Sowohl Pilot wie auch Rettungsspezialist waren nach eigenen Angaben durch die starken Winde äusserst gefordert. Der Air-Zermatt-Pilot Robi Andenmatten hatte in seiner Karriere über 5500 Einsätze. Die Evakuation der Alpinisten aus der Solvayhütte bezeichnet er als eine der anspruchsvollsten Rettungen überhaupt.

Am Wochenende wurde die Air Zermatt zu insgesamt 21 Einsätzen gerufen, teilweise seien vier Helikopter gleichzeitig in der Luft gewesen. Die meisten Rettungen waren aufgrund von Skiunfällen. Am Pigne d’Arolla standen ausserdem zwei Helikopter der Air Zermatt bei einer Spaltenrettung im Einsatz.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

25 Kommentare