Aktualisiert 27.09.2018 15:32

Bern

Airbnb-Zimmer werden zu Mini-Bordellen

Immer häufiger arbeiten Prostituierte in privaten Wohnungen. Dies stellt die Polizei vor Probleme. Denn so könnten Polizeikontrollen geschickt umgangen werden.

von
rc
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Neu geplante Bordelle stossen bei der Bevölkerung immer wieder auf grossen Wiederstand.

Neu geplante Bordelle stossen bei der Bevölkerung immer wieder auf grossen Wiederstand.

AP/Symbolbild
Die Kehrseite dieses Trend ist, dass sich immer mehr Sexarbeiterinnen in private Wohnungen und Hotelzimmer zurückziehen

Die Kehrseite dieses Trend ist, dass sich immer mehr Sexarbeiterinnen in private Wohnungen und Hotelzimmer zurückziehen

Keystone/Symbolbild
Dafür werden von Prostituierten oft auch Ferienwohnungen via Airbnb gemietet.

Dafür werden von Prostituierten oft auch Ferienwohnungen via Airbnb gemietet.

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In der Stadt Bern gibt es immer weniger Bordelle. Zwar hat es in der Innenstadt noch immer 28 bewilligte Etablissements, jedoch sind diese rückläufig. Neu geplante Bordelle stossen bei der Bevölkerung auf grossen Wiederstand. Dies zeigte sich etwa diesen Sommer in der Aarbergergasse. Gegen das dort geplante Bordell gingen über 100 Einsprachen ein.

Die Kehrseite dieses Trends ist, dass sich immer mehr Sexarbeiterinnen in private Wohnungen und Hotelzimmer zurückziehen. Dafür werden oft auch Ferienwohnungen via Airbnb oder Wgzimmer.ch angemietet, wie der «Bund» berichtet. Rund ein Dutzend solcher Fälle seien der Polizei zwischen April 2017 und April 2018 gemeldet worden.

Weniger Bordelle, mehr private Dienstleistungen

«Wir stellen im Sexgewerbe grundsätzlich eine Verschiebung von bewilligten Etablissements in private Wohnungen fest», bestätigt Alexander Ott, Leiter des Polizeiinspektorats und Vorsteher der Fremdenpolizei, gegenüber der Zeitung. Die Verschiebung führe dazu, dass sich Prostituierte, die in privaten Wohnungen arbeiten, unliebsamen Polizeikontrollen entziehen könnten. «Frauen, die privat arbeiten, verfügen vielfach nicht über die nötigen Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen», sagt Ott.

In der Stadt Bern sind auf Airbnb mehrere Dutzende Wohnungen verfügbar, die für weniger als 100 Franken pro Nacht gemietet werden können. So gibt es Hinweise auf sexgewerbliche Tätigkeiten in der Berner Rathausgasse. In zwei Wohnungen, die via Airbnb gemietet werden können, sollen immer wieder Prostituierte ihre Dienste anbieten.

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