27.04.2020 03:42

Mitteilung an Belegschaft

Airbus-Chef warnt Mitarbeiter vor Pleite

Die Zukunft des Luftfahrtunternehmens stehe aufgrund der Pandemie auf dem Spiel. Drastische Massnahmen sind geplant.

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Airbus bereitet seine Mitarbeiter auf Sparmassnahmen vor.

Airbus bereitet seine Mitarbeiter auf Sparmassnahmen vor.

epa/Benoit Tessier / Pool
Airbus-CEO Guillaume Faury sagte demnach, dass ohne Massnahmen das Überleben des Unternehmens auf dem Spiel stünde. (Archivbild)

Airbus-CEO Guillaume Faury sagte demnach, dass ohne Massnahmen das Überleben des Unternehmens auf dem Spiel stünde. (Archivbild)

AP/Frederic Scheiber
Wegen der Coronavirus-Krise müssten sich Mitarbeiter auf Stellenstreichungen und tiefgreifende Sparmassnahmen einstellen, geht gemäss Reuters aus einem internen Schreiben hervor.

Wegen der Coronavirus-Krise müssten sich Mitarbeiter auf Stellenstreichungen und tiefgreifende Sparmassnahmen einstellen, geht gemäss Reuters aus einem internen Schreiben hervor.

epa/Ian Langsdon

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat eine düstere Bewertung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise abgegeben. Konzernchef Guillaume Faury forderte die rund 135'000 Mitarbeiter des Konzerns auf, sich für Stellenstreichungen und drastische Sparmassnahmen zu wappnen.

Das Überleben von Airbus stünde auf dem Spiel, falls der Konzern keine Massnahmen ergreife, erklärte Faury in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt und über die Bloomberg zuerst berichtete.

Der Flugzeugbauer habe mit der Umsetzung von staatlich unterstützten Programmen begonnen, rund 3000 Arbeitnehmer in Frankreich zu beurlauben, «aber wir müssen jetzt möglicherweise weitreichendere Massnahmen planen», sagte Faury weiter. Um den Zahlungsmittelabfluss zu begrenzen, kündigte Airbus in diesem Monat an, die Produktion von kleineren Modellen um ein Drittel auf 40 Jets pro Monat zu reduzieren.

Schlimme Befürchtungen

Ausserdem wurden die Ziele für grössere Jets gekürzt: die Produktion von Grossraumflugzeugen wird um bis zu 42 Prozent zurückgefahren. «Mit anderen Worten, in nur wenigen Wochen haben wir etwa ein Drittel unseres Geschäfts verloren», schrieb Faury in dem Brief. «Und, ehrlich gesagt, das ist nicht einmal das Worst-Case-Szenario, dem wir uns vielleicht stellen müssen.»

Der Konzernchef sagte, dass der neue Produktionsplan so lange in Kraft bleiben würde, bis eine gründlichere Bewertung der Nachfrage möglich sei. Faury geht dabei von einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten aus. Noch sei es zu früh, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Luftfahrtbranche sowie das Tempo einer Markterholung umfassend zu beurteilen. Airbus äusserte sich nicht zu der internen Mitteilung.

Ende März hatte Airbus bereits mitgeteilt, ohne Staatshilfe durch die Krise kommen zu wollen. Der Konzern wollte sich mit einer zusätzlichen Kreditlinie über zehn Milliarden Euro und einer Streichung der Dividende wetterfest für den drastischen Einbruch der Luftfahrt und drohende Pleiten von Fluggesellschaften machen. (sda)

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13 Kommentare
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Herbert

28.04.2020, 23:51

Falls Airbus schlimmstenfalls den Laden dicht machen muss, was natürlich nicht passieren wird, dann würde auch hier die verbleibende Konkurrenz die Geschäfte mit Freude übernehmen. Sowas regelt sich immer von selbst. Da zu muss erwähnt werden, dass ich mir heute noch keinen runtergeholt habe, obwohl ich die längste Zeit einen Harten habe.

DonaldausWashington

28.04.2020, 21:23

Die Welt wird wieder fliegen, wir sind zu fest miteinander verknuepft. Martino kommt wahrscheinlich aus Italien, George aus den USA, Boris aus Russland, Lukas wohnt in Kanada, Didier wohnt in China, Antonio aus der Schweiz arbeitet in Brasilien, Salvador aus Chile arbeitet in der Schweiz. Alle wollen arbeiten oder nach Haus zurueck immer und ewig. Hoffentlich verliert Martino seinen Job....

M.K.

28.04.2020, 20:38

Ist die Rüstungsfirma die den Eurofigjter herstellt nicht die selbe Airbus Firma? Da sollte es doch ziemmlich rund laufen.