Aktualisiert

Folgen des AbsturzesAirbus empfiehlt Austausch von Sonden

Zwei Monate nach dem Absturz der Air-France- Maschine über dem Atlantik zieht Flugzeughersteller Airbus Konsequenzen. Das Unternehmen forderte Fluggesellschaften auf, an rund 200 Maschinen vom Typ A330 und A340 die Sonden zur Geschwindigkeitsmessung auszuwechseln.

Betroffen seien alle Airlines, die Flugzeuge mit Sonden des Herstellers Thales betreiben, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath am Freitag im französischen Toulouse. Die Empfehlung erfolgte in Absprache mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Bei der Fluggesellschaft Swiss wurde die EASA-Empfehlung bereits vorweggenommen. In 5 der 7 Maschinen des Typs A330-200 seien die Sonden bereits ausgetauscht worden, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

In den zwei letzten Maschinen werde dies in den nächsten Tagen gemacht. Danach sei die gesamte Swiss-Flotte mit Goodrich-Sonden ausgerüstet und die EASA-Empfehlung bereits umgesetzt.

Probleme mit Sonde vor Absturz

Die EASA plant nach Angaben vom Freitag, den Austausch von Thales- Sonden an Passagierflugzeugen vorzuschreiben. Demnach sollen mindestens zwei der drei so genannten Pitot-Sonden durch Sensoren des US-Herstellers Goodrich ersetzt werden, sagte EASA-Sprecher Daniel Höltgen.

Er betonte, mit ihrem Vorstoss reagiere die EASA nicht auf Ergebnisse aus der Flugunfalluntersuchung, da diese noch nicht abschliessend vorlägen. Die Behörde habe bereits vor dem Unglück am 1. Juni damit begonnen, die Funktionsfähigkeit von Pitot-Sonden zu analysieren.

»Wir wissen, dass es vor dem Absturz der Air-France-Maschine Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung gab. Aber wir wissen auch, dass diese Probleme nicht die alleinige Ursache des Absturzes waren», sagte Airbus-Sprecher Schaffrath. Bei der Katastrophe am Pfingstmontag waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

Die meisten Airbus-Langstreckenflugzeuge seien mit Goodrich-Sonden ausgestattet, betonte Schaffrath. Von der Empfehlung seien nur 200 von 1000 ausgelieferten Maschinen des Typs A330 und A340 betroffen.

Air France hatte nach dem Absturz am Pfingstmontag vorsorglich den Austausch alle Pitot-Sonden des Typs Thales AA angeordnet. Die Fluggesellschaft wählte jedoch als Ersatz andere Thales-Sonden und muss vermutlich erneut wechseln.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.