Airbus flieht vor dem «Teuro»

Aktualisiert

Airbus flieht vor dem «Teuro»

Der krisengeschüttelte Airbus- Mutterkonzern EADS will Teile der Produktion aus Europa abziehen. Grund ist der starke Euro und die anhaltende Dollar-Schwäche - sie treffen den Konzern besonders hart.

«Wir werden Teile der Produktions- und Zulieferbereiche in den Dollar-Raum verlagern müssen», sagte EADS-Chef Louis Gallois in einem Interview mit der Wochenzeitung «Welt am Sonntag».

Der Euro war zuletzt bis auf fast 1,50 Dollar geklettert und hatte am Freitag ein Rekordhoch von 1,4966 Dollar erreicht. «Das ist ganz klar eine existenzielle Bedrohung - nicht unmittelbar, aber längerfristig».

Auf dieser Basis können wir nicht mehr vernünftig für die Zukunft planen», sagte Gallois. «Der Verfall des Dollar-Kurses ist so rasant, dass es unmöglich ist, darauf schnell genug zu reagieren. Das gefährdet die europäischen Hightech-Branchen.»

Am Donnerstag hatte bereits Airbus-Chef Thomas Enders den rasanten Verfall des Dollar als «lebensbedrohlich» für den Flugzeughersteller bezeichnet und deshalb einen verschärften Sparkurs angekündigt. Ein Stellenabbau infolge der Dollarkrise sei jedoch nicht geplant, sagte eine Airbus-Sprecherin.

Airbus treffen die Wechselkursschwankungen hart. Die meisten Kosten des Flugzeugherstellers fallen in Euro an, seine Maschinen muss er jedoch in Dollar verkaufen. Das Sinken um einen einzigen Cent soll das Unternehmen 100 Millionen Dollar im Jahr kosten. (sda)

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