Airbus im Aufwind: Milliarden-Aufträge
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Airbus im Aufwind: Milliarden-Aufträge

Nach schweren Rückschlägen hat Airbus einen neuen Milliarden-Deal geschlossen. Die Airlines Qatar Airways und Emirates orderten Flugzeuge im Wert von über 20 Milliarden Dollar.

Ausserdem unterschrieb US Airways eine Absichtserklärung über den Kauf von über 90 Flugzeugen. Die Messe mit rund 2000 Ausstellern vor den Toren von Paris dauert bis Sonntag.

Airbus erhielt von der halbstaatlichen Qatar Airways aus Katar die Order für drei weitere Exemplare des neuen Grossraumflugzeugs A380. Zugleich bestätigte die Gesellschaft ihren Auftrag für 80 Langstreckenflieger des neuen Typs A350 XWB, wie Airbus am Montag weiter mitteilte.

Die Aufträge haben laut Katalog einen Wert von insgesamt fast 18,2 Mrd. Dollar. Die drei zusätzlich bestellten A380-Maschinen schlagen allein mit 957 Mio. Dollar zu Buche. Die Gesellschaft unterhält eine Flotte aus 58 Airbus-Jets.

Emirates wichtigster A380-Kunde

Emirates aus dem Emirat Dubai kauft bei Airbus acht weitere Maschinen vom Typ A380. Nach Angaben von Airbus und Emirates beläuft sich der Auftragswert laut Katalog auf 2,5 Mrd. Dollar.

Emirates war schon bisher mit 47 Bestellungen für den A380 der wichtigste Kunde für das grösste Passagierflugzeug der Welt mit standardmässig 525 Sitzplätzen. Medienberichte, wonach Emirates auch 60 bis 100 Maschinen der Airbus-Langstreckenmaschine A350 XWB bestellt, wurden zunächst nicht bestätigt.

Die private kuwaitische Fluggesellschaft Jazeera Airways unterzeichnete eine feste Bestellung für 30 Jets vom Typ A320. Den Wert der Order gaben Airbus und Jazeera mit 2,1 Mrd. Dollar an.

US Airways will nach den am Montag besiegelten Vertrag bei Airbus 22 Jets des neuen Langstreckenmodells A350, zehn Flugzeuge vom Typ A330 und weitere 60 vom Typ A320 bestellen. Airbus bezifferte den Wert der geplanten Bestellungen mit mehr als acht Mrd. Dollar.

Airbus war zuletzt wegen Verzögerungen beim Riesen-Jet A380 in schwere Turbulenzen geraten. Wegen der Schwierigkeiten will der Flugzeughersteller in den nächsten Jahren rund 10 000 Jobs abbauen.

Boeing will mitziehen

Auch Boeing meldete erste Abschlüsse vom Luftfahrtsalon. So reichte die indonesische Fluggesellschaft Lion Air nach Angaben des Herstellers eine verbindliche Bestellung über 40 Flugzeuge vom Typ B737-900 ER mit einem geschätzten Katalogpreis von mehr als drei Mrd. Dollar ein.

Insgesamt hat Lion Air damit 100 Jets dieses Typs bei Airbus in Auftrag gegeben. Die auf Flugzeug-Leasing spezialisierte Gesellschaft GECAS gab die verbindliche Bestellung von sechs B777 in der Frachtversion bekannt, was einem Listenpreis von gut 1,4 Mrd. Euro entspricht. GECAS hat damit insgesamt 39 Flugzeuge vom Typ B777 bestellt, davon 14 in der Ausstattung für den Frachtverkehr.

Boeing habe Aufträge für 188 Mrd. Dollar in den Büchern und erwarte eine jahrelange Fortsetzung des Aufschwungs, sagte Scott Carson, der Chef der Boeing Commercial Airplanes. Anders als Airbus in China werde Boeing aber weder neue Montagelinien aufbauen noch im Ausland Werke errichten.

Warnung vor Überkapazitäten

«Das Schlimmste, was wir tun können, sind Überkapazitäten zu schaffen», sagte Carson. Airbus baut derzeit in China ein Werk zur Montage der A320-Mittelstreckenflugzeuge.

Boeing schätzt den Flugzeugmarkt in seinem Ausblick 2007 für die kommenden 20 Jahre auf 28 600 Maschinen im Wert von 2,8 Billionen Dollar. Das sind 200 Milliarden mehr, als noch vor einem Jahr prognostiziert.

(sda)

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