Aktualisiert 11.06.2008 08:54

TragödieAirbus mit 200 Passagieren explodiert

Ein Passagierflugzeug ist nach der Landung auf dem Flughafen der sudanesischen Hauptstadt Khartum explodiert und in Flammen aufgegangen.

Mindestens 28 Menschen sind ums Leben gekommen. Mindestens 110 Menschen überlebten.

Erste Berichte der Behörden von mindestens 100 Toten wurden in der Nacht zum Mittwoch nach unten korrigiert. Rund 50 Passagiere der Maschine galten am Morgen noch als vermisst. Die Ursache des Unglücks stand ebenfalls noch nicht fest.

Von den insgesamt 203 Passagieren und 11 Besatzungsmitgliedern des in Flammen aufgegangenen Airbus waren zunächst 113 Überlebende registriert worden, teilte die nationale zivile Luftfahrtbehörde in der Nacht zum Mittwoch in Khartum mit.

Es werde weiter nach möglichen weiteren Überlebenden gesucht, da viele Menschen nach dem Verlassen der brennenden Maschine «ohne Angabe einer Adresse direkt nach Hause» gegangen seien, berichtete die Agentur SUNA.

Ursache nicht eindeutig

Über die Ursache des Unglücks gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Nach Angaben des sudanesischen Fernsehens war der aus der jordanischenen Hauptstadt Amman kommende Airbus A310 der Sudan Airways am Dienstagabend bei schlechtem Wetter bei der Landung von der Rollbahn abgekommen und in Brand geraten.

Die örtliche Zeitung «Sudan Tribune» wiederum berichtete auf ihrer Internetseite, bei dem Flugzeug sei nach der Landung der Reifen des Bugrades geplatzt, kurz darauf sei die Maschine in Flammen aufgegangen. In örtlichen Medien hiess es am Morgen wiederum, kurz nach der Landung sei ein Triebwerk in Brand geraten.

Der Airbus war nach Angaben der Luftfahrtbehörde sicher gelandet und vom Tower zu einer Parkposition dirigiert worden. Auf dem Weg dorthin sei in der Maschine Feuer ausgebrochen, hiess es ohne nähere Angaben. Ein Teil der Passagiere brachte sich über die Notrutschen in Sicherheit. Über ihre Nationalität gab es keine Angaben.

Flughafen geschlossen

Das sudanesische Fernsehen zeigte Bilder des brennenden Flugzeugwracks. Rettungskräfte kämpften gegen die Flammen. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde war zuvor bereits eine Landung der Unglücksmaschine in Khartum gescheitert. Wegen des schlechten Wetters musste der Airbus zunächst in der Hafenstadt Port Sudan landen und setzte die Reise nach Khartum nach einer Wetterbesserung fort.

Der Flughafen von Khartum wurde wegen des Unglücks bis Mittwochmorgen geschlossen. In der Ankunftshalle versammelten sich unzählige Angehörige, es herrschte Entsetzen und Chaos.

Serie von Abstürzen

Der Sudan ist flächenmässig das grösste Land Afrikas. In den vergangenen Jahren gab es mehrere Flugzeugunglücke: Im Juli 2003 starben beim Absturz einer Boeing 737 insgesamt 115 Menschen. Wiederholt verunglückten zudem Militärmaschinen. Im Februar 2006 kamen in der Provinz Al-Ghasal beim Absturz einer Antonow 20 Menschen ums Leben. Einer der Reifen war geplatzt, die Maschine über die Landebahn hinausgeschossen.

Im Juli 2005 kamen in der westlichen Region Darfur beim Absturz eines Helikopters 19 Soldaten ums Leben. Beim Absturz einer Privatmaschine Anfang Mai dieses Jahres kamen der Verteidigungsminister der südlichen Regionalregierung und 23 weitere Menschen ums Leben. Unter den Opfern waren 19 Offiziere.

$$VIDEO$$ (dapd)

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