Airbus stellt Riesenvogel vor
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Airbus stellt Riesenvogel vor

Premiere für das grösste Passagierflugzeug der Welt: Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat am Dienstag in Toulouse den neuen Superjet A380 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zu dem feierlichen Roll-out kamen auch Bundeskanzler Gerhard Schröder, Frankreichs Präsident Jacques Chirac, der britische Premierminister Tony Blair und Spaniens Ministerpräsident José Luis Zapatero. Sie vertreten die vier Länder, die das europäische Gemeinschaftsprojekt mit Milliardenkrediten unterstützt haben.

Zu der Präsentation hatten sich fast 5.000 geladene Gäste in der 46 Meter hohen Montagehalle auf dem Airbus-Betriebsgelände in Toulouse versammelt. Nachdem Airbus-Präsident Noël Forgeard die vier Staats- und Regierungschefs in Empfang genommen hatte, eröffnete er die Zeremonie in dem abgedunkelten Raum, in dem die neue Maschine hinter einem riesigen Vorhang verborgen war. Geplanter Höhepunkt ist nach den Festansprachen die Enthüllung des «Giganten der Lüfte». Anschliessend wollen die Staats- und Regierungschefs dem Riesen-Airbus gemeinsam einen Namen geben.

Der doppelstöckige Passagierjet mit rund 80 Meter Spannweite und knapp 80 Meter Länge krönt das Gemeinschaftsprojekt der Airbus-Familie. Er bietet in der Regelausstattung 555 Passagieren in drei Klassen Platz und kann bis zu 15.000 Kilometer nonstop fliegen. Bei Airbus sind bisher 149 feste Bestellungen eingegangen. Als Stückpreis werden 283 Millionen Dollar angegeben.

Der deutsche Anteil an dem Flugzeug beträgt ungefähr 35 Prozent, rechnet man den Anteil des deutsch-französischen EADS-Konzerns mit ein. Nach Angaben der deutschen Luftfahrtindustrie hängen schon jetzt mehr als 10.000 Arbeitsplätze von dem Projekt ab. In der Hauptbauphase um 2006 sollen es bis zu 40.000 werden.

Deutschland liefert das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Das Mittelteil kommt aus Frankreich. Grossbritannien steuert die Tragflächen und Spanien das Heck bei. Zusammengebaut wird das Flugzeug in Toulouse. Die Inneneinrichtung wird schliesslich im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder eingebaut, wo der Airbus auch lackiert wird.

Das am Dienstag vorgestellte Exemplar soll sich noch im Frühjahr in die Lüfte erheben; der erste Linieneinsatz soll 2006 bei Singapore Airlines folgen. Die Lufthansa hat 15 Maschinen fest bestellt, deren erste im Herbst 2007 fliegen soll. Insgesamt will Airbus 700 Stück in den nächsten 40 Jahren bauen. Die Gewinnschwelle soll bei etwa 250 Maschinen erreicht sein.

(dapd)

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