Ungewöhnliche Werbung: Airline empfiehlt ihren Kunden, im Zug zu reisen
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Ungewöhnliche WerbungAirline empfiehlt ihren Kunden, im Zug zu reisen

Die KLM will mit ihrer neuen Kampagne Kunden dazu bewegen, nicht immer gleich ins Flugzeug zu steigen. Dahinter steckt offenbar Geschäftskalkül.

von
dob
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KML Royal Dutch Airline lanciert eine neue Werbekampagne, bei der es um verantwortungsvolles Fliegen geht.

KML Royal Dutch Airline lanciert eine neue Werbekampagne, bei der es um verantwortungsvolles Fliegen geht.

epa/Remko de Waal
In der Kampagne empfiehlt die niederländische Airline ihren Kunden, nicht immer gleich zu fliegen.

In der Kampagne empfiehlt die niederländische Airline ihren Kunden, nicht immer gleich zu fliegen.

Keystone/Steffen Schmidt
«Wir alle müssen ab und zu fliegen», heisst es in einem Werbeclip. Aber manchmal gebe es bessere Alternativen. «Kannst du nicht stattdessen den Zug nehmen?», fragt die Off-Stimme.

«Wir alle müssen ab und zu fliegen», heisst es in einem Werbeclip. Aber manchmal gebe es bessere Alternativen. «Kannst du nicht stattdessen den Zug nehmen?», fragt die Off-Stimme.

AP/Benjamin Hager

In der Regel machen Firmen Werbung, um ihr Produkt zu verkaufen. Einen anderen Weg geht nun die KLM Royal Dutch Airlines. Die niederländische Fluggesellschaft empfiehlt ihren Kunden seit neustem, nicht zu fliegen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Stattdessen sollen sie den Zug nehmen.

Mit ihrer neusten Werbekampagne zum Thema Nachhaltigkeit versucht KLM, sich ein grünes Image zu verpassen. «Wir alle müssen ab und zu fliegen», heisst es im Werbeclip. Aber manchmal gebe es bessere Alternativen. «Kannst du stattdessen nicht den Zug nehmen?», fragt die Off-Stimme.

Druck auf Industrie wird grösser

Tatsächlich dürfte die Werbung aber nicht ganz uneigennützig sein, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Denn der Druck auf die Aviatik-Branche wird immer grösser, weil sie einen grossen Teil der weltweiten CO2-Emissionen zu verantworten hat. Im Zuge der Klimastreiks hat sich der Begriff Flugscham eingebürgert. Diverse europäische Länder prüfen die Einführung von Flugtaxen und den Bann von Inlandflügen, um die Flugemissionen zu senken.

KLM dürfte nun versuchen, der Politik und der öffentlichen Meinung zuvorzukommen. Sowohl höhere Gebühren als auch ein Verbot von Kurzflügen würden die ohnehin im harten Wettbewerb stehenden Airlines zusätzlich hart treffen.

Mit Werbung «grünwaschen»

Laut Bloomberg muss sich die KLM nun wohl den Vorwurf gefallen lassen, sich mit der Werbung «grünwaschen» zu wollen. Denn eine Erhöhung der Ticketpreise oder das Streichen von Flugrouten wären viel effizientere Massnahmen, um die Emissionen zu senken. «KLM weiss ganz genau, dass der Zug nicht wirklich eine Alternative zu Langstreckenflügen ist», sagt die Agentur.

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