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TaiwanAirline verklagt Mutter wegen Geburt an Bord

Eine Frau bringt auf einem Flug von Taipeh nach Los Angeles ein Kind zur Welt. Jetzt droht ihr Ärger: Sie hatte der Fluggesellschaft Wichtiges verschwiegen.

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Ein Moment des Glücks: Eine Taiwanerin bringt ihr Kind im Flugzeug zur Welt. (Video: Youtube/The Kitchen Doc)

Der Flug von Taipeh nach Los Angeles vom 8. Oktober dürfte den Passagieren und der Crew lange in Erinnerung bleiben. Sechs Stunden nach dem Start setzten bei einer taiwanesischen Passagierin die Wehen ein. Wenig später brachte die Frau an Bord eine Tochter zur Welt.

Jetzt droht der frischgebackenen Mutter aber mächtig Ärger: Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet, will China Airlines (CAL) sie verklagen. Der taiwanesische Transportminister Chen Jian-Yu erklärte bei einer Anhörung vor dem Parlament, dass die Fluggesellschaft eine Entschädigung für die Extrakosten einfordern will, welche die Geburt an Bord verursacht habe. Das Transportministerium ist der grösste Aktionär der Airline.

Geburtstermin verschwiegen

Minister Jian-Yu begründete die Klage folgendermassen: Die Passagierin habe nicht deklariert, dass sie bereits in der 36. Schwangerschaftswoche gewesen sei. Laut den Beförderungsbedingungen von China Airlines dürften Frauen nur bis zur 32. Woche ohne ärztliches Attest fliegen.

Ausserdem hatte CAL wegen der Geburt in Anchorage, Alaska, zwischenlanden müssen, damit Mutter und Kind im Spital behandelt werden konnten. Dies verursachte Zusatzkosten von über einer Million Taiwan-Dollar, umgerechnet etwa 30'000 Franken.

Anders als gewünscht

Damit nicht genug: Die Taiwanerin hatte sich entschieden, kurz vor der Geburt in die USA zu fliegen, damit ihr Kind die US-Bürgerschaft bekommt. Nach der Landung in Anchorage kam jedoch alles anders: Die Frau wurde wenige Tage später nach Taiwan geflogen – während Freunde in den USA ihre kleine Tochter betreuen.

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