Turbulenter Transfer-Sommer: Akanji, Embolo, Okafor – diese Nati-Stars stehen kurz vor einem Wechsel

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Turbulenter Transfer-SommerAkanji, Embolo, Okafor – diese Nati-Stars stehen kurz vor einem Wechsel

Gleich mehrere Nati-Stars werden in den kommenden Wochen bei einem neuen Club unterschreiben. Und das nur wenige Monate vor WM-Start.

von
Lucas Werder
Tobias Wedermann
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Manuel Akanji möchte Dortmund in diesem Sommer verlassen.

Manuel Akanji möchte Dortmund in diesem Sommer verlassen.

IMAGO/Laci Perenyi
Noah Okafor steht unter anderem beim Premier-League-Aufsteiger Nottingham auf dem Zettel.

Noah Okafor steht unter anderem beim Premier-League-Aufsteiger Nottingham auf dem Zettel.

imago images/Eibner Europa
Bei Breel Embolo ist unklar, ob sein Vertrag bei Gladbach bis 2023 läuft oder sogar ein Jahr länger.

Bei Breel Embolo ist unklar, ob sein Vertrag bei Gladbach bis 2023 läuft oder sogar ein Jahr länger.

IMAGO/osnapix

Darum gehts

  • Nach der Länderspielpause geht es auf dem Transfermarkt erst so richtig los.

  • Auch mehrere Nati-Stars werden in diesem Sommer den Club wechseln.

  • 20 Minuten zeigt, wie die Zukunft von Manuel Akanji, Breel Embolo oder auch Noah Okafor aussehen könnte.

Manuel Akanji (26, Dortmund)

Beim BVB wollte der Verteidiger seinen bis 2023 laufenden Vertrag nicht verlängern. «Ich versuche schon die ganze Saison, beste Werbung für mich zu machen», meinte Akanji nach seinem starken Auftritt gegen Portugal (1:0). Das Problem: Bisher scheint kein Club bereit, die vom BVB geforderten 25 bis 30 Millionen Franken Ablöse zu bezahlen. Ein Verbleib in Dortmund ist aber dennoch unwahrscheinlich. Mit Nico Schlotterbeck (Freiburg) und Niklas Süle (Bayern) hat die Borussia bereits zwei namhafte Nachfolger verpflichtet.

Noah Okafor (22, Salzburg)

«Ich fühle mich bereit für einen Wechsel», sagte der Offensivspieler während der Nati-Pause. «Ich weiss, dass Angebote da sind.» Nach seiner starken Saison in Salzburg (24 Scorerpunkte in 33 Spielen) dürfte Okafor in den kommenden Wochen zu einem neuen Club wechseln. Nottingham Forest, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen sollen am 22-Jährigen interessiert sein. Was für den Club von Ex-YB-Trainer Gerry Seoane sprechen könnte: Noahs jüngster Bruder Isaiah Okafor (17) spielt bereits im Nachwuchs der Werkself.

Breel Embolo (25, Gladbach)

Wie bei Akanji läuft eigentlich auch der Vertrag des Stürmers im Sommer 2023 aus. Eigentlich. Denn wie die «Bild» Anfang Juni berichtete, soll Gladbach eine Option besitzen, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Dadurch müsste Embolo erst im kommenden Jahr verkauft werden, will der Club noch eine Ablösesumme kassieren. Doch Gladbach-Sportchef Roland Virkus bestritt zuletzt, dass es eine solche Klausel im Vertrag gebe. Kommt es also doch noch in diesem Sommer zu einem Wechsel? Embolo hat jedenfalls mehrere Angebote vorliegen.

Sind es gute Wechseloptionen der Nati-Stars? 

Kevin Mbabu (27, Wolfsburg)

In der Rückrunde verlor der Rechtsverteidiger bei Wolfsburg seinen Stammplatz. Mit Kilian Fischer (21) vom FC Nürnberg hat der Club bereits einen weiteren Spieler für Mbabus Position verpflichtet. Hertha Berlin war zwischenzeitlich am 27-Jährigen interessiert, hat sich mit dem ablösefreien Jonjoe Kenny (25) vom FC Everton nun aber für die deutlich günstigere Variante entscheiden. Möglich, dass der Nati-Abwehrspieler doch noch eine Saison in Niedersachsen kickt.

Renato Steffen (30, Wolfsburg)

Deutlich unwahrscheinlicher ist dagegen der Verbleib von Teamkollege Renato Steffen. Das Tischtuch zwischen dem Flügelspieler und dem Bundesliga-Club scheint zerschnitten. «Ich habe es noch nie erlebt, dass ich derartige Probleme habe mit einem Trainer», polterte der 30-Jährige zuletzt gegen Ex-Wolfsburg-Coach Florian Kohfeldt. Unter ihm hatte Steffen zuletzt überhaupt keine Rolle mehr gespielt. Prompt folgte die Retourkutsche von VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke: «So etwas macht man nicht!» Steffen braucht dringend Spielpraxis, will er kurz vor Katar nicht noch vom WM-Zug fallen. Ein Wechsel scheint die einzige Option.

Haris Seferovic (30, Benfica)

Der Stürmer hat eine Seuchensaison hinter sich. Gleich dreimal setzte ihn die gleiche Wadenverletzung ausser Gefecht, insgesamt fast sechs Monate fehlte Seferovic. Dass der 30-Jährige aber immer noch weiss, wo das Tor steht, zeigte er beim Nations-League-Sieg gegen Portugal (1:0) eindrücklich. Nachdem über einen möglichen Wechsel zu Fenerbahce Istanbul oder den Wolverhampton Wanderers spekuliert worden war, scheint plötzlich auch wieder ein Verbleib in Lissabon denkbar. «Hoffentlich geht es bei Benfica weiter», sagt Seferovic selbst zu den Spekulationen. Mit Darwin Nunez (geht für rund 100 Millionen Franken zu Liverpool) hat sich sein grösster Sturm-Konkurrent schon einmal verabschiedet.

Jonas Omlin (28, Montpellier)

Gleich dreimal stand der Goalie in den letzten Saisonspielen nicht im Kader. Montpellier wolle Omlin nach einer starken Saison verkaufen, berichteten französische Medien. Dabei litt der 28-Jährige nur an einer leichten Verletzung und kehrte am letzten Spieltag wieder ins Tor des Ligue-1-Clubs zurück. «Der Club bleibt der gleiche», sagte der Obwaldner nach seiner Gala-Vorstellung gegen Portugal über einen möglichen Transfer. Interessenten dürfte es dennoch genug geben.

Yvon Mvogo (28, Eindhoven)

Unbedingt wechseln will dagegen Yvon Mvogo. Nach seiner Leihe zur PSV Eindhoven kehrt er diesen Sommer zurück zu RB Leipzig. Wieder auf der Bank sitzen ist für den 28-Jährigen keine Option. «Für mich ist klar, dass ich wechseln muss», sagte der Goalie während des Nati-Trainingslagers in Bad Ragaz. Denkbar ist, dass Mvogo zu Eindhoven zurückkehrt, wo er sich in der vergangenen Saison auf den Stammplatz zurückgekämpft hat und niederländischer Cupsieger wurde.

Zeki Amdouni (20, Lausanne)

Mit seinen zwölf Saisontoren für Absteiger Lausanne ist das Sturm-Juwel eigentlich bereits zu gut für die Challenge League. Zuletzt schaffte Amdouni gar den Sprung in den erweiterten Nati-Kader von Murat Yakin, blieb aber vorerst ohne Einsatz. Der FCB soll Interesse am 20-Jährigen haben. Nur ist fraglich, ob die Basler auch das nötige Kleingeld aufbringen können. Klar ist, noch eine Saison wird Amdouni nicht in Lausanne spielen.

Kastriot Imeri (21, Servette)

Nach einer starken Saison mit elf Saisontreffern scheint der Offensiv-Allrounder bereit für einen Wechsel. Der 21-Jährige wird Servette in Richtung Ausland verlassen. Innerhalb der Super League kann sich kein Club den einfachen Nationalspieler leisten (Marktwert acht Millionen Franken). Eintracht Frankfurt und der FC Brügge sind interessiert.

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