Aktualisiert 20.06.2018 04:07

Postauto-Skandal

AKB-Chef Pascal Koradi tritt ab

Pascal Koradi tritt als Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank zurück. Dies teilte er in einem Communiqué mit.

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Am Dienstag gab AKB-Chef Pascal Koradi seinen Rücktritt bekannt.

Am Dienstag gab AKB-Chef Pascal Koradi seinen Rücktritt bekannt.

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«Ich bin froh, dass wir innert dieser Frist den Sachverhalt nun vorgelegt haben und auch die Bestätigung haben, dass das Uvek Recht hatte», sagt Doris Leuthard, Bundesrätin (CVP) und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK am Montag.

«Ich bin froh, dass wir innert dieser Frist den Sachverhalt nun vorgelegt haben und auch die Bestätigung haben, dass das Uvek Recht hatte», sagt Doris Leuthard, Bundesrätin (CVP) und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK am Montag.

Keystone/Peter Schneider
«Postauto hat während Jahren ein System der Manipulation unterhalten», so Leuthard.

«Postauto hat während Jahren ein System der Manipulation unterhalten», so Leuthard.

Keystone/Peter Schneider

Der Postautoskandal fordert ein weiteres Opfer: Pascal Koradi tritt als Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank zurück, wie das Institut am Dienstag mitteilt.

Vor seinem Amtsantritt bei der Kantonalbank war Koradi Finanzchef der Schweizerischen Post. Sein Rücktritt von der Leitung der AKB geschehe im Interesse und zur Wahrung der Reputation der Bank, schreibt die Kantonalbank. Das AKB-Aufsichtsgremium betont, dass die persönliche Integrität und das Vertrauen in Pascal Koradi «zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt waren».

Neuer AKB-Direktionspräsident wird nun Dieter Widmer. Der 51-jährige führt heute als Mitglied der AKB-Geschäftsleitung den Bereich Kundenlösungen.

«Stehe zu meinen damaligen Entscheiden»

«Ich möchte mit diesem Schritt die Reputation der Aargauischen Kantonalbank schützen», wird Koradi in der Medienmitteilung zitiert. Er denke dabei «in erster Linie an das Unternehmen, meine Kolleginnen und Kollegen sowie unsere Kundinnen und Kunden».

Dagegen bedauert Koradi, dass er bis zum heutigen Zeitpunkt von den heute Verantwortlichen der Post nie angehört wurde. «Ich betone, dass ich weiterhin zu all meinen damaligen Entscheidungen als CFO des Konzerns Post stehe», so Koradi. Eine lückenlose Klärung der Vorkommnisse wäre ihm persönlich am Herzen gelegen.

Der Bankrat der AKB dankt Koradi in der Mitteilung für sein Engagement. Koradi habe in den knapp zwei Jahren seiner Amtszeit in der AKB die «Weichen für eine zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Bank gestellt».

Post-Chefin und Postauto-Geschäftsleitung weg

Anfang Februar 2018 war bekannt geworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken von der Post zurück.

Neben der posteigenen externen Untersuchung ist zur Postauto-Affäre ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden. Der Bundesrat hat auf Antrag des Uvek das Bundesamt für Polizei (Fedpol) damit betraut.

Nachdem am Sonntag Post-Chefin Susanne Ruoff von ihrem Amt zurückgetreten ist, wurde am Montag die gesamte Geschäftsleitung der Postauto AG freigestellt.

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