Monsantos Avancen: Aktionäre erwarten Syngenta-Übernahme
Aktualisiert

Monsantos AvancenAktionäre erwarten Syngenta-Übernahme

Wird der Basler Agrarchemiekonzern nun doch amerikanisch oder chinesisch? Der neue Aktienhöhenflug schürt Spekulationen.

von
Isabel Strassheim

Auch nach dreimaliger Schlappe prüft der US-Konzern Monsanto einen neuen Anlauf zur Übernahme seines Schweizer Rivalen Syngenta. Dies sagte Monsanto-Präsident Brett Begemann am Dienstag bei einem Investoren-Treffen in St. Louis. Die Aktie reagierte prompt: Im Handel in New York schoss sie am Dienstagnachmittag um gut 9 Prozent in die Höhe, der an der Börse in Zürich notierte Titel stieg dagegen am Mittwoch lediglich um bis zu drei Prozent auf rund 383 Franken.

Erst diesen August hatte Monsanto sein vorerst letztes Übernahmeangebot in Höhe von 46,6 Milliarden Dollar oder 449 Franken pro Aktie zurückgezogen. Syngenta wehrte sich damals unter seinem Chef Mike Mack vehement gegen eine Übernahme, die Offerte sei zu niedrig und die Risiken einer Fusion zu gross. Die Aktie sackte anschliessend um 35 Prozent ab.

Zeit-Spiel gegen Syngenta

Inzwischen ist Mack zurückgetreten und Syngenta hält nach einem neuen Chef Ausschau. Das könnte sich allerdings auch als überflüssig erweisen. Denn auch China National Chemical hat explizit Interesse an den Baslern und soll Berichten zufolge 42 Milliarden geboten haben. Syngenta wies auch diese Offerte zurück. Sie ist jedoch noch aktuell.

Analysten vermuten, dass Monsanto bei einem möglichen neuen Übernahmeangebot auf Zeit spielt, damit sich die Aktionäre auf seine Seite schlagen: Solange Syngenta ohne Chef und ohne neue, klare Perspektive bleibt, dürfte die Aktie die alte Höhe von 435 Franken kaum erreichen. Das drückt natürlich den Preis für ein neuerliches Angebot. Und macht die Aktionäre mürbe.

Sechs Konzerne, und alle wollen fusionieren

Die Agrochemiebranche steht generell unter Übernahmedruck, weil ihre Umsätze fallen. Die Nachfrage nach Saatgut und Pestiziden ist abhängig vom Verdienst der Bauern weltweit. Der ist jedoch wegen fallender Getreidepreise am Sinken. Sämtliche der grossen sechs Agrokonzerne prüfen Zusammenschlüsse oder Übernahmen. Auch Syngenta. Dies erklärte Präsident Michel Demare noch im Oktober.

Die Branche ist weltweit auf sechs Konzerne konzentriert, die zusammen rund 70 Prozent des Marktes für Saatgut und Pestizide beherrschen. Das grösste Unternehmen ist Monsanto, dicht gefolgt von Syngenta. Der deutsche Konzern Bayer kommt an vierter Stelle, dann die US-Firmen DuPont und Dow Chemical sowie die deutsche BASF.

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